Wirtschaft : Deutsche lieben Toyota

Studie: Japaner angesehener als Porsche und Audi Auf Platz eins liegt Mercedes vor BMW

Alexander Visser

Berlin - Bei Toyota darf heute eine Flasche Sake geköpft werden: Als erste ausländische Autobauer rücken die Japaner unter die ersten drei der angesehensten Automarken in Deutschland vor. Die vom ADAC in Auftrag gegebene Studie Auto-Marxx sieht nur Mercedes und BMW vor Toyota, auf Rang vier und fünf folgen Porsche und Audi. „Das ist für uns eine kleine Sensation“, sagt Ferdinand Dudenhöffer, Direktor des Center of Automotive Research, das die Untersuchung halbjährlich durchführt. „In der Pannenstatistik steht Toyota schon lange gut da, nun haben sich noch Image und Verkaufszahlen verbessert“, sagt er.

In die Untersuchung fließen so unterschiedliche Faktoren wie Pannenstatistik, Zulassungszahlen und Kundenzufriedenheit ein. So liegt Mercedes beim Markenimage ganz vorn, kommt bei der Pannenstatistik aber nur auf Platz elf. Die Stuttgarter haben sich dennoch in der Gesamtwertung an BMW vorbeigeschoben, die bei der letzten Erhebung im Dezember auf Platz eins gelandet waren. Wasser im Sekt von Daimler-Chrysler: Die Marke Chrysler landet in der Untersuchung auf dem letzten von 33 Plätzen.

Mit einer Ausnahme konnten sich deutsche Hersteller über bessere Plätze in der Pannenstatistik freuen. Das lag auch an neuen Messkriterien: Erstmals wurden auch neuere Wagen mit einbezogen. Ihre Überlegenheit in punkto Zuverlässigkeit zeigen Mazda, Toyota, Subaru und andere Hersteller aus Fernost vor allem in der langfristigen Pannenstatistik. Als erster deutscher Hersteller landet in dieser Kategorie Audi auf Platz acht.

Aber nicht alle deutschen Autos haben ihre Position in der Statistik verbessert. Porsche fällt von Platz fünf vor einem Jahr auf Platz 14 zurück. Der Sportwagenhersteller schneidet auch in der Rubrik Wiederverkaufswert schlechter ab. Zwar bleibt Porsche auf Platz eins, doch statt eines Verlustes von 34 Prozent nach vier Jahren und 60000 Kilometern reduziert sich der Restwert jetzt um knapp 39 Prozent. Porsche sieht das nur als vorübergehendes Phänomen: „Wir stehen vor der Einführung einer neuen Generation des 911, da ist das normal“, sagte ein Sprecher. Der Auto-Marxx sieht auch in der Volumenausdehnung der letzten Jahre, also in der höheren Zahl der verkauften Autos, einen Grund für den sinkenden Wiederverkaufswert bei Porsche.

Insgesamt sieht der Report die großen Hersteller bei Qualität und Wertstabilität zusammenrücken. Auch das Image wandelt sich: Galten japanische Autos früher oft als solide Langeweiler, haben moderne Technologie und erfolgreiche Werbekampagnen das Ansehen aufgepeppt. „Mit großen Werbeinvestitionen gehen Importeure wie Toyota in den deutschen Markt und rücken den deutschen Automarken immer stärker auf den Pelz“, heißt es in der Studie. Allerdings gibt Dudenhöffer den Deutschen noch eine Chance: „Die verbesserte Pannenstatistik zeigt, dass sie die Herausforderung aus Japan in Sachen Qualität angenommen haben.“

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