Wirtschaft : Deutsche Mittelständler tragen höhere Steuerlast

Berlin - Deutschland verliert im Wettbewerb um die steuerlich attraktivsten Standorte für mittelständische Unternehmen. Im weltweiten Steuerranking sei Deutschland von Platz 72 auf Platz 89 zurückgefallen, heißt es in einer Gemeinschaftsstudie („Paying Taxes 2014“) der Wirtschaftsprüfungs- und Beratungsgesellschaft PwC, der Weltbank und der International Finance Corporation (IFC), die am Dienstag veröffentlicht wurde.

Die Gesamtbelastung mittelständischer Firmen durch Steuern und Abgaben (Total Tax Rate) sei hierzulande – anders als in vielen anderen Industrieländern – gestiegen: von 46,8 Prozent auf 49,4 Prozent. „Zurückzuführen ist diese Entwicklung ausschließlich auf die Abschaffung der degressiven Abschreibung für Wirtschaftsgüter, die nach dem 31. Dezember 2010 angeschafft wurden“, teilte PwC mit. Die Studie verdeutliche, „dass bereits eine vermeintlich kleine steuerrechtliche Änderung erhebliche Folgen für die Abgabenbelastung haben kann“, sagte PwC- Partner Tobias Taetzner.

Weltweit sei die Total Tax Rate von 44,7 Prozent auf 43,1 Prozent gesunken. Taetzner: „Eine höhere Total Tax Rate geht unmittelbar zulasten der internationalen Wettbewerbsfähigkeit des Mittelstands.“

Vergleichen lassen muss sich Deutschland dabei nicht unbedingt mit Steuerparadiesen oder Ländern wie Kroatien (Total Tax Rate: 19,8 Prozent), Luxemburg (20,7 Prozent) oder Zypern (22,5 Prozent). Auch Länder, die gemeinhin nicht als Niedrigsteuerland gelten, belasten der Studie zufolge mittelständische Unternehmen geringer: In Dänemark beispielsweise belaufe sich die Rate auf 27 Prozent, in Norwegen müssten Betriebe im Durchschnitt 40,7 Prozent ihres Unternehmensgewinns an den Staat abführen. Taetzner betonte: „Der Vergleich der Steuersysteme zeigt selbst zwischen Nachbarstaaten mit ähnlichen wirtschaftlichen und politischen Rahmenbedingungen gravierende Unterschiede auf.“ mot

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