Wirtschaft : Deutsche mögen Plastikflaschen

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Das Duale System Deutschland hat im Jahr 2001 2,1 Prozent weniger Verpackungsmüll mit dem Grünen Punkt gesammelt als im Jahr zuvor. Grund dafür sei vor allem, dass es deutlich weniger Glasverpackungen gebe, während Leichtverpackungen wie Kunstoffflaschen aus PET um 3,6 Prozent zulegten, sagte Wolfram Brück, Vorstandvorsitzender der Duales System Deutschland AG, am Donnerstag in Berlin. Insgesamt wurden 5,47 Millionen Tonnen Verpackungsmüll aus Aluminium, Glas, Kunststoff, Papier, Pappe, Weißblech und Verbundstoffen gesammelt. Pro Kopf waren das 76,6 Kilogramm - 1,7 Kilo weniger als im Vorjahr.

Brück kritisierte die Entscheidung der Bundesregierung, ab 2003 ein Zwangspfand unter anderem auf Einwegflaschen für Erfrischungsgetränke zu erheben. Würde die bisherige Planung umgesetzt, verliere das Duale System 290 Millionen Euro. Doch sei absehbar, dass das Pfand auch auf Verpackungen für Fruchtsäfte, Wein und Milch ausgedehnt werden werde. "Irgendwann wird sich die Frage stellen, ob sich das lohnt. Langfristig wären zwei parallele Systeme nicht sinnvoll." Würden alle Einwegflaschen über das Pfand erfasst - und fielen aus dem Lizenzbereich des Grünen Punkts -, würde das Duale System 45 bis 50 Prozent ihrer lizensierten Glasmenge verlieren, müsste aber die gleiche Infrastruktur aus Glascontainern aufrecht erhalten.

"Den ökologischen Sinn des Zwangspfands halte ich für gering", sagte Rück. Er verwies darauf, dass das Duale System die von der Verpackungsverordnung geforderten Recycling-Quoten auch 2001 wieder deutlich übererfüllt habe. Insgesamt wurden 2001 5,3 Millionen Tonnen recycelt. Zudem verwies er darauf, dass durch die Wiederverwertung von Leichtverpackungen stark Energie eingespart werde. Allein 2001 seien dadurch - im Vergleich zur Herstellung von Neuware - rund 400 000 Tonnen Kohlendioxid vermieden worden. Das sei der Verbrauch von 64 000 Durchschnittshaushalten oder der einer Stadt wie Potsdam oder Heidelberg.

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