Wirtschaft : Deutsche Post AG: "Eine gute Nachricht für die Post"

mot

Beim Börsengang der Post im November 2000 lag ein Schatten über der "Aktie Gelb": Millionen-Rückstellungen in der Bilanz der Post für mögliche Bußgelder der EU-Wettbewerbshüter stimmten Anleger skeptisch. Hat die Post für alle Eventualitäten vorgesorgt? Nach dem ersten nun von Brüssel verhängten Bußgeld von 24 Millionen Euro können die Post und ihre Aktionäre vorerst aufatmen. Analysten hatten eine deutlich höhere Strafe für die vom Konkurrenten UPS beklagten Großkundenrabatte im Paketdienst erwartet. Uwe Weinreich von der Bankgesellschaft Berlin etwa zog bislang die doppelte Summe ins Kalkül. "Die Nachricht aus Brüssel ist erfreulich für die Post", sagte der Analyst. An der Börse kam die Nachricht nicht an: Die Aktie Gelb verlor.

Die Post hat nach eigenen Angaben bereits Rückstellungen in Höhe von 25,6 Millionen Euro für den jetzt enschiedenen Fall gebildet. Inklusive der beiden weiteren, in Brüssel noch anhängigen Verfahren - sie betreffen die möglicherweise unzulässigen Aufschläge für Massenbriefsendungen aus dem Ausland sowie die Quersubventionierung zwischen Paket- und Briefdienst - belaufen sich die Rückstellungen in der Post-Bilanz auf insgesamt 75 Millionen Euro. Es besteht also noch Spielraum für weitere Bußgelder. Um die Finanzen der Post ist es im übrigen schon deshalb nicht schlecht bestellt, weil die Bundesregierung unlängst dafür gesorgt hat, dass das nationale Briefmonopol über das Jahr 2002 verlängert wird. Mit den Briefen erwirschaftet die Post knapp die Hälfte ihres Umsatzes von 22 Milliarden Mark, und 85 Prozent des Betriebsergebnisses, das sich 1999 auf eine halbe Milliarde Mark belief.

0 Kommentare

Neuester Kommentar