Wirtschaft : Deutsche Post AG: Solide Aktie ohne Glanz

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Bei den Anlegern kam die Nachricht nicht recht an: Die Post-Aktie legte am Freitag im Anschluss an die Bekanntgabe kaum zu. Am frühen Abend lag die Aktie mit 19,22 Euro um 0,47 Prozent über dem Vortagsniveau. Anleger blieben in einem insgesamt freundlichen Markt zurückhaltend, nachdem Post-Chef Zumwinkel mitgeteilt hatte, die erwarteten Umsatz- und Gewinnziele - 32,7 Milliarden Euro und 1,53 Milliarden Euro - seien übertroffen worden. Analysten hatten im Durchschnitt für 2000 mit einem Umsatz von 31,96 Milliarden Euro und einem Überschuss von 1,52 Milliarden Euro gerechnet. Kritisch bewerteten Analysten, dass die Post den Großteil ihres Gewinns im monopolgeschützten Briefgeschäft einfährt. Jürgen Pieper vom Bankhaus Metzler verwies auf die hier nach wie vor starke Abhängigkeit des Unternehmens: "Uns kommen Logistik und Express zu kurz." Die Investmentbank Lehman Brothers hatte die Aktie Gelb zuletzt mit Verweis auf das "unzyklische Briefgeschäft" als "Marketperformer" eingestuft und ein Kursziel von 22,80 Euro gesetzt. Verglichen mit dem Ausgabekurs von 21 Euro glänzt die Aktie seit dem Börsengang am 20. November 2000 nicht mit Höhenflügen. Zwischenzeitlich sackte der Kurs sogar auf einen Tiefstand von 18,90 Euro. Erneut unter Druck könnte die Aktie kommen, wenn Ende Mai die Haltefrist für DHL-Aktionäre ausläuft. Lehman Brothers fürchtet, dass dann Postaktien, die Anleger des im Januar 2001 übernommenen Paketdienstes DHL im Tausch für ihre Titel bekommen hatten, mit einem Wert von 340 Millionen Euro auf den Markt kommen könnten. Uwe Weinreich, Analyst der Bankgesellschaft Berlin, ist optimistischer. Er sieht schon jetzt "Einstiegskurse" erreicht und glaubt, dass die Aktie bis Ende 2001 auf 27,50 Euro steigen könnte.

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