Wirtschaft : Deutsche Post: Der gelbe Riese auf dem Weg in den Dax

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Am 20. November will der Bund als Alleineigentümer zwischen 25 und 33 Prozent seiner Post-Anteile an den Aktienmarkt bringen. Doch zum Börsenhandel sollen nach Informationen des Handelsblatts rund die Hälfte der insgesamt 1,1 Milliarden Aktien zugelassen werden. Dabei gehe es um das gesamte Paket, von 49 Prozent, das der Bund bei der Kreditanstalt für Wiederaufbau geparkt hat, hieß es in Bankenkreisen. Damit hat die Post ausgezeichnete Chancen auf einen Platz im Deutschen Aktienindex Dax.

Die Mehrheit der an der Emission beteiligten Banken schätzt den Börsenwert der Post auf 20 bis 25 Milliarden Euro. Sollte die Hälfte dieser Anteile zum Handel zugelassen werden, käme die Post damit auf eine Marktkapitalisierung von zehn bis zwölf Milliarden Euro und würde gemessen an der jüngsten Rangliste Platz 22 im Dax belegen. Für besonders große Börsenneulinge hat die Deutsche Börse eine Ausnahmeregelung geschaffen. Sie können außerhalb der einmal im Jahr anstehenden Überprüfung in den Dax aufrücken. Voraussetzung: Die Kandidaten müssen gemessen am Marktwert und Börsenumsatz zu den 25 Größten im Lande zählen. Als Austauschkandidaten für die Post kämen Karstadt-Quelle und Adidas-Salomon in Frage, die beide die Regeln der Deutschen Börse für die Marktkapitalisierung nicht mehr erfüllen. Für eine Aufnahme der Post spricht auch , dass im wichtigsten heimischen Börsenbarometer bislang noch kein Logistikwert vertreten ist. Wirksam würde der Post-Aufstieg aller Wahrscheinlichkeit nach im März 2001.

Die guten Chancen auf den Dax dürften die Nachfrage nach der "Aktie Gelb" stützen. Denn Fondsmanager, die ihre Investitionen an dem Börsenbarometer ausrichten, müssten die Aktie spätestens nach dem Aufstieg in ihre Portfolios aufnehmen. Für einen Platz im Euro-Stoxx-50, einem der wichtigsten europäischen Marktbarometer, wird es für die Post aber voraussichtlich nicht reichen. Denn im Euro-Stoxx zählt nicht die Zahl der zugelassenen Aktien sondern nur der Streubesitz, das wären im Falle der Post lediglich die 25 bis 33 Prozent. Auch im Dax könnte der Streubesitz für die Post ab 2002 zum Problem werden. Denn dann will die Deutsche Börse die Stoxx-Regeln übernehmen.

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