Wirtschaft : Deutsche Post: Ein blauer Brief für die Deutsche Post

Die Anleger waren vom ersten Tag an skeptisch. Kaum hatte sich der Bund als Eigentümer des Logistikkonzerns Deutsche Post im vergangenen November vom ersten Teil seiner Aktien für 21 Euro getrennt, fiel der Kurs der Papiere von Klaus Zumwinkels Unternehmen unter den Ausgabewert. Dort dümpelt er seit Monaten beinahe regungslos vor sich hin. Weder das Bemühen der Bundesregierung, dem Konzern durch die Verlängerung des Briefmonopols bis 2007 weitere Jahre der Wettbewerbsfreiheit und Margensicherheit in Deutschland zu sichern, noch die andauernden Ermahnungen des Postvorstandes, die Aktie sei ungerechtfertigt unterbewertet, konnten die Anleger überzeugen. Auch die Halbjahreszahlen der Post ändern daran nichts: Der Kurs der Aktie Gelb sank am Dienstag so tief wie nie zuvor. Der Grund: Klaus Zumwinkel ist es bis jetzt nicht gelungen, aus der behäbigen Post-Verwaltung ein Unternehmen zu machen, dem man eine so rosige Zukunft zutraut, wie sie von ihrem Vorstand beschrieben wird. Ganz vorn bei den Global Playern der Logistikbranche sieht Zumwinkel sein Unternehmen - und verschweigt, dass das Wachstum des Konzerns allein aus Bereichen kommt, die zugekauft wurden. In dem Teil des Unternehmens - dem Briefgeschäft - das den größten Umsatzanteil erwirtschaftet, ist es Zumwinkel jedoch bis heute nicht geglückt, Sanierungserfolge zu zeigen. Der Umsatz stagniert und Mehrausgaben statt Rationalisierungen prägen das laufende Geschäft. Gerade in diesem Teil der Deutschen Post erwarten die Aktionäre von Klaus Zumwinkel allerdings spürbare Veränderung. Zurecht.

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