Wirtschaft : Deutsche Post punktet im Ausland

Konzern gleicht Wettbewerb im Inland aus

Bernd Hops

Berlin - Die Deutsche Post hat ihren Gewinn in den ersten drei Monaten des Jahres gesteigert. Rückgänge durch den schärferen Wettbewerb auf dem Heimatmarkt seien durch die Expansion ins Ausland ausgeglichen worden, teilte der Konzern am Dienstag in Bonn mit. Jenseits der deutschen Grenzen erwirtschaftet die Post nach eigenen Angaben mittlerweile 60 Prozent ihres Umsatzes. Angesichts der Geschäftsentwicklung bestätigte das Unternehmen, das vor kurzem auf der Hauptversammlung herbe Kritik insbesondere von Investmentfonds einstecken musste, die Ergebnisprognose für 2007 von mindestens 3,6 Milliarden Euro. Und das, obwohl sich der schwache Dollar spürbar in den Zahlen der Post, die ihre Bilanz in Euro führt, niederschlägt.

An der Börse kamen die Quartalszahlen gut an. Die Aktie der Deutschen Post verteuerte sich zwischenzeitlich um mehr als drei Prozent. Bei Handelsschluss blieb noch ein Plus von rund 0,6 Prozent auf 23,57 Euro.

Im Bereich Brief, dem Kerngeschäft, das in Deutschland noch zum Teil geschützt ist, stieg der Umsatz im ersten Vierteljahr nach Konzernangaben um 2,9 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. Hier machte sich die Übernahme der britischen Gesellschaft Williams Lea bemerkbar, die seit April 2006 zum Post-Konzern gehört. Die Briten kümmern sich nicht um das Verteilgeschäft, sondern bieten Firmen Zusatzdienstleistungen wie die Vorbereitung von Sendungen. Trotz der höheren Einnahmen blieb weniger in den Kassen der Post als Gewinn. Das operative Ergebnis (Ebit) ging um fast elf Prozent auf 618 Millionen Euro zurück. Die Post machte dafür deutliche Preissenkungen bei Paketen verantwortlich – der Paketbereich wurde im Inland in den Briefbereich eingegliedert. Außerdem gab es laut Post im ersten Quartal 2007 etwa 0,7 Arbeitstage weniger.

Eine klare Verbesserung spürte die Post in ihrer Expresssparte, in der auch das schwierige US-Geschäft enthalten ist. Trotz eines geringen Umsatzsanstieges (plus 0,9 Prozent auf 3,33 Milliarden Euro) fiel das Wachstum beim Ebit sehr deutlich aus. Statt eines Verlustes von 58 Millionen Euro gab es jetzt einen Gewinn von 62 Millionen Euro. Der Bereich Logistik, in den die Post in den vergangenen Jahren Milliarden für Zukäufe investiert hat, verzeichnete einen Umsatzanstieg von gut sechs Prozent auf 6,22 Milliarden Euro. Dass hier mehr verdient wurde (plus 36 Prozent auf 214 Millionen Euro), lag aber nach Unternehmensangaben vor allem an dem Verkauf des Entsorgungsdienstleisters Vfw.

Profitabel war das Geschäft mit Finanzdienstleistungen, insbesondere bei der Postbank. Die hatte allerdings schon am Montag ihre Zahlen vorgelegt und konnte die Erwartungen der Analysten nicht erfüllen.

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