Wirtschaft : Deutsche Post: Zumwinkel sieht die AG von der Konjunkturflaute nicht betroffen

Die deutschen Börsen haben einen schwachen Wochenauftakt erwischt, und sind ungeachtet der freundlicheren Eröffnung an der Wall Street am Montag weiter ins Minus gerutscht. Die Äußerungen von Finanzminister Hans Eichel (SPD), die aktuellen Wirtschaftsdaten "deuten mehrheitlich auf eine zunächst noch andauernde konjunkturelle Abschwächung hin", verstimmten die Investoren. Die für Mittwoch erwartete Zinsentscheidung der amerikanischen Notenbank Fed hatte hingegen keinen positiven Einfluss. Viele Anleger hielten sich zurück, und die Umsätze blieben gering.

Besonders drastisch fielen die Verluste zunächst am Frankfurter Neuen Markt aus. Nach einer Herunterstufung bei dem Indexschwergewicht Aixtron rissen panikartige Verkäufe dieses Papiers die Indizes ins Minus. Der Nemax-All-Share-Index gab bis gegen 17 Uhr um 2,9 Prozent auf 1465 Punkte nach, der Nemax 50 sank um 3,3 Prozent auf 1369 Zähler. Die Titel von Aixtron rutschten nach der Herunterstufung um zeitweise mehr als 16 Prozent ab. Neben Aixtron standen auch deutliche Kursverluste beim Softwarehersteller Parsytec AG im Mittelpunkt. Die Gesellschaft hatte mitgeteilt, auf Grund einer Auftragsstornierung im Gesamtjahr 2001 mit einem negativen Ergebnis zu rechnen. Das Papier fiel um mehr als 60 Prozent auf zeitweise 11,20 Euro.

Schließlich drückten die Querelen bei EM-TV die Stimmung am Neuen Markt. Bei dem Unterföhringer Unternehmen scheuen Vorstand und Aufsichtsrat offenbar das Urteil der Aktionäre und wollen die Anteilseigner bei der Hauptversammlung am 1. August nicht über die Entlastung der beiden Gremien abstimmen lassen. Erst nach ersten Sanierungserfolgen wollen sich Vorstand und Aufsichtsrat dem Votum stellen. Das Unternehmen begründete die beabsichtigte Verschiebung zwar mit der Verzögerung beim Einstieg der Kirch-Gruppe, der geplanten Umstrukturierung und laufenden Gerichtsverfahren, dies wurde aber von Beobachtern als Schutzbehauptung abgetan. Die Anteilsscheine gaben zwischenzeitlich um 8,8 Prozent ab.

Gepaart waren diese Kursverluste mit geringen Umsätzen bei den anderen Aktientiteln, was die Abwärtsbewegung der Indizes beschleunigte. Dies betraf auch die großen Titel im Dax. Hier erwischte es vor allem die Berliner Schering. Der Aktienkurs fiel zunächst um knapp drei Prozent. Die Kursverluste weiteten sich kurzfristig auf mehr als fünf Prozent aus, nachdem Finanzvorstand Klaus Pohle gesagt hatte, dass der Pharmakonzern an seinen Gewinn- und Umsatzprognosen für 2001 trotz schwächerer Weltkonjunktur festhalte. Händler sagten, Gewinnmitnahmen fielen bei Schering stärker aus, da die Aktien seit Anfang Mai um mehr als 23 Prozent zugelegt hatten. Schlechtes Vorbild für die übrigen Pharma- und Chemietitel, die bereits in der Vorwoche mit Gewinnwarnungen aufgefallen waren. Der Dax gab bis gegen 17 Uhr auf 5919 Zähler nach, ein Minus von 0,4 Prozent.

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