Wirtschaft : Deutsche Shell: Der Tankstellenkonzern schafft nach schlechtem Jahr die Wende

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Das Tankstellengeschäft in Deutschland hat sich nach dem Katastrophenjahr 2000 wieder annähernd stabilisiert. Die Deutsche Shell hat nach den Worten von Shell-Chef Pieter Berkhout im ersten Quartal 160 Millionen Mark operativen Gewinn eingefahren, zu dem vor allem die Tankstellen beigetragen haben.

Das konsolidierte Ergebnis vor Steuern kletterte in den ersten drei Monaten gegenüber dem Vorjahr um 65 Millionen Mark auf 494 Millionen Mark. Obwohl sich dieser Trend auch im zweiten Quartal fortgesetzt hat, mag Berkhout noch keine Gewinnprognose für das Gesamtjahr geben. Im vergangenen Jahr hatte die DEA im Frühling ihre Payback-Rabattkarte eingeführt. Dadurch wurde ein Preiskampf ausgelöst, der die Branche eine Milliarde Mark gekostet hat. Shell verlor im Jahr 2000 im Tankstellengeschäft nach Berkhouts Worten insgesamt 170 Millionen Mark und damit - bei einem Marktanteil von gut 13 Prozent - überdurchschnittlich viel. Als erfreulich wertet Berkhout, dass Shell im ersten Quartal 2001 im Tankstellengeschäft verlorenes Terrain wiedergewonnen hat. Berkhout nennt als Gründe den Erfolg der schwefelfreien Benzinsorte Optimax und das Shopgeschäft an den Tankstellen.

Die Bruttomarge im Benzingeschäft der Tankstellen, von der alle Kosten ab Raffinerie-Tor gedeckt werden müssen, liegt bei zwölf Pfennig. Bis 1998 habe sie noch zwischen 16 und 18 Pfennig gependelt, so Shell. Und der Trend zu schwindenden Margen werde anhalten.

Der Benzinverbrauch in Deutschland schrumpfe weiter und der Tankstellenmarkt sei bereits heute mit 16 000 Stationen um rund 4000 Tankstellen überbesetzt. Die Reaktion von Shell hierzu ist das Joint-Venture mit DEA, das in Brüssel zur Genehmigung liegt. Ab 1. Oktober soll über die gemeinsame Tankstellenstruktur unter zwei Marken beraten werden. Das Gemeinschaftsunternehmen spare in kurzer Zeit 300 Millionen Mark ein.

Im vergangenen Jahr hat die Deutsche Shell nach den Worten von Berkhouts bei einem Nettoumsatz ohne Mineralölsteuer von 19,7 (Vorjahr 12,5) Milliarden Mark einen Jahresüberschuss von 847 (684) Millionen Mark erwirtschaftet. Das Betriebsergebnis beim Gas erreichte 1,05 Milliarden (557 Millionen) Mark, beim Öl zwölf (minus 99) Millionen Mark und in der Chemie 170 (85) Millionen Mark. Die erneuerbaren Energien schrieben noch elf (23) Millionen Mark Verlust.

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