Wirtschaft : Deutsche Softwarehäuser leiden unter dem Investitionsstau

Umsatzverluste bei Software AG und Intershop

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Berlin (msh). Die deutschen Softwarehäuser Software AG und Intershop verbuchten im dritten Quartal deutliche Umsatzrückgänge. Grund für das schlechte Geschäft ist die anhaltende Zurückhaltung vieler Firmen, die wegen der schlechten Wirtschaftlage nur wenig in neue ITProjekte investieren. „Die IT-Budgets der Firmen bleiben eng“, sagt Matthias Dürr, Technologie-Analyst der DZ Bank. „Es wird nur in neue Software investiert, wenn sie unbedingt gebraucht wird oder sich die Projekte schnell auszahlen.“

Bei der Darmstädter Software AG verringerte sich der Umsatz im dritten Quartal um fast 20 Prozent im Vergleich zum Vorjahresquartal auf 114,8 Millionen Euro. Das Unternehmen hat sich auf Datenbanken und Internetsoftware spezialisiert. Dank Kosteneinsparungen von 50 Millionen Euro verbuchte die Software AG einen Nettogewinn von 5,6 Millionen Euro, der sich aber im Vergleich zum Vorjahr halbierte. Auch im vierten Quartal seien keine Anzeichen für eine Verbesserung des Marktumfeldes zu erkennen, sagte Software-AG-Chef Arnd Zinnhardt.

Der Umsatz der Leipziger Intershop AG brach im dritten Quartal um fast 40 Prozent auf 8,9 Millionen Euro im Vergleich zum Vorjahresquartal ein, lag damit aber zumindest im Rahmen der zurückgeschraubten Prognose. Der Verlust sank von 44,2 Millionen auf 7,5 Millionen Euro. Intershop entwickelt Software für den Einkauf im Internet und gehörte einst du den gefeierten Stars des Neuen Marktes. Jetzt dümpelt der Aktienkurs unter einem Euro. „Die Kosten sind bei Intershop bei dem niedrigen Umsatz zu hoch. Eine weitere Restrukturierung ist notwendig“, sagt Analyst Dürr. Intershop habe zwar gute Produkte, die aber nur eine kleine Nische abdecken.

Um das Unternehmen mit neuem Eigenkapital zu versorgen, plant Intershop-Gründer Stephan Schambach eine Kapitalherabsetzung. Mit der Zusammenlegung von fünf alten zu einer neuen Aktie soll der Kurs wieder über einen Euro gebracht und damit formal die Voraussetzung für den Einstieg von Finanzinvestoren geschaffen werden. Kürzlich hatte Schambach zehn Millionen Euro in das Unternehmen gesteckt, um die Finanzlage von Intershop zu verbessern. Der Kapitalherabsetzung muss eine am Mittwoch stattfindende außerordentliche Hauptversammlung zustimmen.

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