Wirtschaft : Deutsche sparen nicht mehr Konsumklima bleibt

trotz Krise stabil.

Nürnberg - Trotz zunehmender Sorgen um die wirtschaftliche Zukunft sind die Deutschen weiterhin in Kauflaune. Wie das Marktforschungsunternehmen GfK am Dienstag in Nürnberg mitteilte, verharrt der Konsumklima-Index mit 5,9 Punkten auch für September unverändert auf dem Niveau des Vormonats und damit weiter über dem Vorjahresstand von 5,3 Zählern.

Zugleich wird in Deutschland wesentlich weniger Geld gespart. Als Gründe nannte GfK-Marktforscher Rolf Bürkl die Euro-Krise und die derzeit geringen Zinsen für Spareinlagen. Bürkl zufolge ist die Sparneigung der Verbraucher inzwischen auf den niedrigsten Stand seit der Wiedervereinigung gesunken. Sie habe „sogar das Niveau während der Pleite der US-Bank Lehman Brothers unterschritten“, betonte er. Die Zinsen würden derzeit „ja nicht einmal mehr die Inflationsrate ausgleichen“, fügte er hinzu.

Dies bedeute aber nicht, dass die Bundesbürger ihr bisher auf Spar- und Tagesgeldkonten geparktes Geld abheben, um es in den Konsum zu stecken. „Hier findet vielmehr eine Umschichtung statt: Statt ihr Geld in klassischer Weise zu sparen, stecken sie es immer häufiger in Immobilien, Gold, wertvollen Schmuck oder auch Aktien“, sagte Bürkl.

Recht pessimistisch blicken die Verbraucher auch in die nahe Zukunft. Zum dritten Mal in Folge gingen die Erwartungen an die wirtschaftliche Entwicklung zurück – nur eine Minderheit rechnete allerdings mit Verschlechterungen beim eigenen Einkommen. Für die GfK liegt der Grund dafür in den zuletzt hohen Tarifabschlüssen und im stabilen Arbeitsmarkt. Allerdings werde das teure Benzin wohl die Inflation anheizen, was wiederum die Kaufkraft belaste.

Wie die Verbraucher blicken auch die Unternehmen skeptischer in die Zukunft. Dem am Montag veröffentlichten Ifo-Index zufolge sanken die Erwartungen zum vierten Mal in Folge. Dennoch warnten die Forscher vor Panik. Von einer bevorstehenden Rezession könne in Deutschland nach wie vor keine Rede sein. dpa

0 Kommentare

Neuester Kommentar