Wirtschaft : Deutsche Telekom AG: Aktiengesellschaft verliert im vierten Quartal

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Die Deutsche Telekom hat im vierten Quartal 2000 einen Verlust von einer Milliarde Euro erlitten. Dank außerordentlicher Einnahmen in den Vorquartalen konnte sie aber das Konzernergebnis im Gesamtjahr fast versechsfachen. Der Überschuss lag nach vorläufigen Zahlen für das Geschäftsjahr 2000 bei 7,4 Milliarden Euro. Gegenüber dem Vorjahr erhöhte sich der Konzernumsatz um rund 15 Prozent auf 40,9 Milliarden Euro. Telekom-Aktien gerieten wegen des schwächer als erwarteten Überschusses zunächst unter Druck.

Bis auf den Nettogewinn, der niedriger als erwartet ausgefallen sei, habe es bei den Telekom-Zahlen keine Überraschung gegeben, sagte Telekom-Analyst Ralf Hallmann von der Bankgesellschaft Berlin. Er habe für das Gesamtjahr einen Nettogewinn von 8,3 Milliarden Euro erwartet, sagte er. Die Telekom verwies darauf, dass im vierten Quartal im Vergleich zum Gesamtjahr höhere Abschreibungen auf Firmenwerte (Goodwill) von rund 400 Millionen Euro für die französische Tochter Siris sowie Abschreibungen und Zinsen für das UMTS-Mobilfunkgeschäft von 450 Millionen Euro getätigt worden seien. Mit der Buchung der Aufwendungen für die deutsche UMTS-Lizenz habe er erst im ersten Quartal 2001 gerechnet, sagte Hallmann. Im 3. Quartal 2000 hatte die Telekom noch einen Überschuss von 8,4 Milliarden Euro ausgewiesen. Im Gesamtjahr 2000 ist der Konzernüberschuss zwar von 1,25 Milliarden Euro im Vorjahr auf 7,4 Milliarden Euro gewachsen, was sich aber ausschließlich aus Verkäufen bisheriger Beteiligungen ergibt. Bereinigt um diese Sondereffekte habe die Telekom eine "schwarze Null" geschrieben, sagte ein Telekom-Sprecher.

Der Konzern konnte zwar im Jahr 2000 den Umsatz deutlich steigern. Die Zunahme ergibt sich aber großenteils aus der erstmaligen Konsolidierung neu erworbener Tochterfirmen. Ohne die Neukonsolidierung von Debis Systemhaus im vierten Quartal und den ausländischen Ewerbungen wie Siris, Club Internet und Slovenske Telekomunikacie stieg der Umsatz nur um knapp sechs Prozent auf 37,6 Milliarden Euro.

Der Schuldenstand der Telekom ist unter anderem durch den Erwerb der UMTS-Mobilfunklizenzen wieder deutlich gestiegen. Die Netto-Finanzverbindlichkeiten lagen Ende vergangenen Jahres bei 56,4 Milliarden Euro. Das waren 19 Prozent mehr als ein Jahr zuvor.

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