Wirtschaft : Deutsche Telekom AG: Voicestream ist noch nicht die Wende

Corinna Visser

Endlich einmal wieder eine gute Nachricht für die Deutsche Telekom: Die Übernahme des amerikanischen Mobilfunkanbieters Voicestream ist genehmigt. Damit ist der Weg in den US-Mobilfunkmarkt für Europas größten Telekommunikationskonzern frei. Das Schöne daran: Im Gegensatz zum europäischen ist der Markt in den Vereinigten Staaten noch ein echter Wachstumsmarkt. Zudem ist Voicestream den Konkurrenten im eigenen Land technologisch überlegen. Gemeinsam mit Voicestream kann die Telekom als einziges Unternehmen diesseits und jenseits des Atlantiks Mobilfunkdienste auf der gleichen technischen Basis anbieten. Vor allem für lukrative Geschäftskunden dürfte dies ein verlockendes Angebot sein - für Touristen ebenso. Vodafone, größter Mobilfunkanbieter der Welt, muss sich dagegen in den USA noch mit analoger Technik herumschlagen.

Doch das Geschäft in den USA hat auch seine Schattenseiten. Denn Voicestream wird noch auf Jahre hinaus Verluste ausweisen, und es sind noch hohe Investitionen notwendig, um tatsächlich ein flächendeckendes digitales Mobilfunknetz über die gesamten Vereinigten Staaten aufzubauen. Diese Investitionen muss jetzt die Telekom aufbringen. Das bringt die Börse nicht zum Jubeln. Problematisch ist auch, dass sich nach einer gewissen Haltefrist auch Voicestream-Großaktionäre von ihren Papieren trennen werden, um Cash zu machen, und viele amerikanische Privatanleger werden nach dem Tausch ihrer Voicestream-Anteile in T-Aktien diese ebenfalls verkaufen - weil sie kein Interesse an europäischen Papieren haben. Auch die geglückte Übernahme wird der T-Aktie also - vorerst - nicht aus ihrem Tal heraushelfen.

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