Wirtschaft : Deutsche Telekom AG: Wer Geld ausgibt, muss Geld verdienen

Corinna Visser

Eine Milliarde Mark Verlust im vierten Quartal. Das haben die Analysten von der Deutschen Telekom nicht erwartet. Und weil die Börse schlechte Überraschungen nicht schätzt, hat sie die T-Aktie am Dienstag zuerst einmal abgestraft. Doch dass die Kosten für die UMTS-Lizenzen das Ergebnis belasten werden, ist nicht neu. Und es sind auch Ausgaben, zu denen es keine Alternative gibt. Jetzt kommt es darauf an, was die Telekom aus den Lizenzen macht - denn sie sollen ja nicht nur Geld kosten, sondern auch zusätzlichen Umsatz und vor allem Profit bringen. Das Jahr 2001 wird entscheidend sein, denn jetzt werden die Weichen für das Geschäft mit dem neuen Mobilfunkstandard gestellt. Wie schnell wird die Telekom im Jahr 2002 mit den ersten Angeboten auf den Markt kommen, wie attraktiv werden die Produkte und die Preise sein?

Belastet haben das Telekom-Ergebnis im vergangenen Jahr auch die Neuerwerbungen. Aber auch dazu gibt es keine Alternative. Die Telekom muss Geschäft zukaufen, weil sie auf dem Heimatmarkt Marktanteile verliert. Und sie muss weiter im Ausland einkaufen, nicht nur damit Telekom-Chef Ron Sommer sein Versprechen einlösen kann, aus der Telekom einen Global Player zu machen. Der nächste wichtige Schritt für die Telekom ist die Übernahme von Voicestream und damit der Eintritt in den amerikanischen Markt. Auch diese Übernahme wird das Unternehmensergebnis belasten. Auf lange Sicht bietet diese Übernahme aber ein großes Potenzial, denn der amerikanische Mobilfunkmarkt kann im Gegensatz zu dem europäischen als Entwicklungsland betrachtet werden.

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