Wirtschaft : Deutsche Telekom behält die Gelben Seiten Konzern lehnt Kaufangebote

für DeTeMedien ab

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Berlin (akz). Die Deutsche Telekom wird ihre Auskunftssparte DeTeMedien behalten. „Die vorgelegten Angebote für den Verkauf werden von dem Unternehmen nicht weiter verfolgt“, hieß es am Mittwoch. Über Details machte ein Unternehmenssprecher keine Angaben. Er bestätigte auch nicht, ob bereits Verhandlungen geführt worden sind. Der Konzern habe lediglich geprüft, ob die Sparte, die unter anderem das „Telefonbuch“, die „Gelben Seiten“ und „Das Örtliche“ herausgibt, verkauft werden solle.

Die Überlegungen haben nach Angaben des Telekomsprechers im Zusammenhang mit dem geplanten Schuldenabbau des Telekomkonzerns gestanden. Das Erreichen der Finanzziele zum Jahresende bleibe davon unberührt, hieß es. Der Schuldenstand der Telekom sollte nach Absicht des Unternehmens in diesem Jahr von 64 Milliarden Euro auf rund 50 Milliarden Euro gesenkt werden. Bereits Mitte dieses Jahres hatte der Konzern einen Schuldenstand von 53 Milliarden Euro gemeldet.

Laut Presseberichten war von der Telekom Ende 2002 eine interne Arbeitsgruppe eingerichtet worden, die einen möglichen Verkauf vorbereiten sollte. Danach habe die Telekom die Deutsche Bank beauftragt, die Sparte zu verkaufen. Dies wurde von der Telekom jedoch nicht bestätigt. Als Verkaufserlös stand eine Summe in Höhe von einer Milliarde Euro im Raum.

Als Interessenten für den Kauf galten vor allem die regionalen Verlage, mit denen zusammen DeTeMedien ihre Telefonbücher herausgibt. Erst Anfang August hatte der TelefonbuchVerlag Hans Müller aus Nürnberg sein Interesse an dem Unternehmen bestätigt. Zusammen mit anderen Regionalverlagen sei ein Konsortium gegründet worden, hieß es damals.

Die DeTeMedien ist eine hundertprozentige Tochtergesellschaft der Deutschen Telekom. Analysten schätzen den Jahresumsatz von DeTeMedien auf 350 Millionen Euro. Die Gewinnmarge liege im zweistelligen Bereich. Für den Marktwert nennen Experten eine Zahl von 500 Millionen Euro. Im vergangenen Jahr hatte das Tochterunternehmen laut Jahresabschlussbericht 106 Millionen Euro an die Muttergesellschaft abgeführt, nach 114 Millionen Euro im Jahr zuvor. Erst Ende Mai hat die DeTeMedien den Internetinformationsdienst T-Info von T-Online für 86 Millionen Euro übernommen.

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