Wirtschaft : Deutsche Telekom: Das Unternehmen setzt auf den Mobilfunk

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Die Deutsche Telekom will ihren Umsatz im Jahr 2001 um mehr als 15 Prozent steigern. Dabei seien anstehenden Akquisitionen von Voicestream und Powertel in den USA noch nicht berücksichtigt, sagte Telekom-Chef Ron Sommer bei der Vorlage der Bilanz 2000. Um Aktionärskritik zu begegnen, will er die Bilanz 2001 durch einen zweiten Abschlussprüfer testieren lassen.

Nach vorläufigen Zahlen für das erste Quartal 2001 steigerte Europas größte Telefongesellschaft ihren Umsatz um 16 Prozent auf 11,1 Milliarden Euro. Der Konzernverlust lag in den ersten drei Monaten bei minus 0,4 Milliarden Euro. "Das negative Ergebnis, das im vierten Quartal 2000 noch minus einer Milliarde Euro betragen hatte, konnte damit deutlich verbessert werden", sagte Sommer am Dienstag in Bonn.

Für das gesamte Jahr will der Konzern sein Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) ebenfalls im zweistelligen Prozentbereich verbessern. Das Ebitda soll um bis zu zwei Milliarden Euro steigen. Im Wesentlichen soll dazu die Mobilfunktochtergesellschaft T-Mobile International beitragen. Im europäischen Mobilfunk erwarten Sommer und sein Finanzvorstand Karl-Gerhard Eick eine Verdoppelung des Ebitda. T-Mobile habe das Ergebnis vor Steuern Zinsen und Abschreibungen bereits im ersten Quartal von 350 Millionen auf rund 590 Millionen Euro gesteigert, sagte Sommer. Ende März 2001 hatte T-Mobile weltweit rund 46 Millionen Kunden in Konzerngesellschaften oder in Minderheitsbeteiligungen.

Das starke Kundenwachstum hat im vergangenen Jahr viel Geld gekostet. Für neue Kunden im Mobilfunk seien 2,4 Milliarden Euro ausgegeben worden, sagte Finanzvorstand Eick. Im laufenden Jahr werden diese Kosten drastisch sinken, denn in den wichtigsten Märkten Europas besitzen schon weit mehr als die Hälfte der Bevölkerung ein Handy. "Ein Wachstum von 15 Millionen Teilnehmern in Deutschland, Österreich und Großbritannien innerhalb eines Jahres wird sich sicher nicht wiederholen", sagte Eick. Bereits auf der Cebit hatten alle vier Netzbetreiber in Deutschland angekündigt, dass sie Mobiltelefone künftig nicht mehr so stark subventionieren wollen.

Das Jahr 2000 sei finanziell betrachtet das bislang erfolgreichste Jahr in der Geschichte der Telekom gewesen, sagte Eick. Das Unternehmen erwirtschaftete ein Ergebnis vor Steuern, Zinsen und Abschreibungen von 20,7 Milliarden Euro, eine Steigerung von 42,5 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Werden Einmaleffekte wie Teilverkäufe der Kabelgesellschaften und Neuakquisitionen sowie Kundengewinnungskosten herausgerechnet, ergab sich allerdings ein Rückgang auf 12,9 Milliarden Euro. Der Konzernumsatz stieg um 5,5 Milliarden Euro oder 15,4 Prozent auf 40,9 Milliarden Euro.

Die Telekom habe durch die Regulierungsbedingungen auf dem Deutschen Markt Anteilsverluste hinnehmen müssen. Die Umsatzentwicklung zeige jedoch, "wie deutlich die Deutsche Telekom ihre Marktposition insgesamt hat ausbauen können: Im Jahr 1999 hatten wir den Umsatz in etwa nur auf dem Niveau des Jahres 1998 halten können", sagte Sommer. Nur noch 36 Prozent des Umsatzes erwirtschaftete die Telekom im Festnetzgeschäft, das 1995 noch 80 Prozent des Umsatzes ausmachte. Die Angaben für den Konzernüberschuss für das Jahr 2000 musste die Telekom im Februar drastisch reduzieren. Das Untenehmen nahm eine pauschale Wertberichtigung auf ihr Immobilienvermögen in Höhe von zwei Milliarden Euro vor. Der Überschuss schrumpfte daher von 7,4 auf 5,9 Milliarden Euro.

Nach Vorwürfen über eine angeblich fehlerhafte Bewertung der Immobilien will Sommer die Bilanz 2001 durch einen zweiten Wirtschaftsprüfer testieren lassen. "Wir stellen uns der öffentlichen Diskussion", sagte Rommer. Die Bilanzen seien stets korrekt gewesen und von externen Sachverständigen geprüft worden.

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