Wirtschaft : Deutsche Telekom: Die Telekom muss die Flatrate akzeptieren

Corinna Visser

Alle wollen die Flatrate. Der Kunde zahlt monatlich einen festen Preis und kann dafür ohne zeitliches Limit im Internet surfen. Das soll der Nutzung des Netzes in Deutschland auf die Sprünge helfen. Denn im Vergleich zu anderen Ländern sind die Kosten für den Internetzugang hier immer noch zu hoch. Die Politiker, die Regulierungsbehörde, die Kunden, die Wettbewerber der Telekom - sie alle wollen die Flatrate. Sogar die Telekom selbst behauptet das von sich. Selbstverständlich wird gestritten, wer die Kosten tragen soll. Bisher sind die Telekom-Wettbewerber ein hohes finanzielles Risiko eingegangen, wenn sie ihren Kunden einen Pauschaltarif anbieten wollten. Denn sie mussten jede Minute, die ihre Nutzer im Netz verbrachten, bei der Telekom bezahlen. Das wollte der Regulierer ändern und hat nach dem Vorbild aus England auch in Deutschland vom Ex-Monopolisten verlangt, den Wiederverkäufern einen Pauschaltarif anzubieten. Jetzt will die Telekom die Entscheidung des Regulierers wieder kippen: Sie sei ein unzulässiger Eingriff in die unternehmerische Freiheit der Telekom. Ein Eingriff ist das wohl. Aber unzulässig? Vorschriften dürfen der Telekom nur so lange gemacht werden, wie sie tatsächlich marktbeherrschend ist. Und bei den Ortsanschlüssen, also dort, wo sich die Kunden ins Netz einwählen, ist das der Fall. So lange der neue Mobilfunkstandard UMTS und andere Zugangstechniken keine wirkliche Alternative sind, wird sich die Telekom die Einmischung gefallen lassen müssen.

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