Wirtschaft : Deutsche Telekom: Ein neuer Schlag für die T-Aktionäre

Corinna Visser

Das ist ein harter Schlag für die T-Aktionäre. Wenn auch der Börsenkurs in den vergangenen Monaten eine herbe Enttäuschung war, so schien doch wenigstens eines sicher: die Dividende. Nun wird die Zahlung drastisch gekürzt. Zwar ist es richtig, die Gewinnausschüttung zu reduzieren. Schließlich hat die Deutsche Telekom im vergangenen Jahr zum ersten Mal seit ihrem Börsengang einen Verlust erwirtschaftet. Es gab also Nichts zum Ausschütten. Nur: Die Telekom hat noch vor wenigen Tagen beteuert, dass die Gewinnausschüttung nicht in Gefahr sei. Man werde das Geld aufbringen. So hat niemand wirklich damit rechnen müssen, dass die Telekom den Imageschaden riskiert. Die Führungskräfte der Telekom haben ihre Aktionäre zu lange hoffen lassen. Deshalb ist für die Volksaktie mit dem T der Imageschaden jetzt groß.

Nicht nur die drei Millionen Privat-Aktionäre haben Grund zur Kritik. Auch der starke Verbündete an ihrer Seite dürfte nun verärgert reagieren: Größter Aktionär ist mit 43 Prozent der Anteile immer noch der deutsche Staat. Und Finanzminister Hans Eichel braucht die Telekom-Milliarden für seinen Haushalt. So fiel denn auch die Reaktion aus dem Finanzministerium sehr verhalten aus. Kein klares Statement, dass man hinter der Entscheidung des Vorstands stehe. Das deutet darauf hin, dass da vielleicht das letzte Wort im Aufsichtsrat doch noch nicht gesprochen ist. Immerhin kann der Vorstand der Telekom nur einen Vorschlag zur Dividendenzahlung machen. Die Entscheidung liegt am Ende bei der Hauptversammlung. Und da hat der Bund eine starke Stimme.

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