Wirtschaft : Deutsche Telekom: Ende der Preiskontrolle beantragt

Die Deutsche Telekom will künftig ihre Preise für Telefondienste von Deutschland nach Japan und Australien frei gestalten können. Entsprechende Anträge liegen bei der Regulierungsbehörde für Telekommunikation und Post (siehe Lexikon, Seite 16) vor, sagte der Präsident der Behörde, Matthias Kurth, auf einem Forum über Marktabgrenzung und -beherrschung in Bonn. Die Behörde hatte die Telekom bereits im Februar diesen Jahres aus der Regulierung für Gesprächsverbindungen in die Türkei entlassen.

Als Marktführer muss die Telekom anders als ihre Wettbewerber ihre Preise stets von der Regulierungsbehörde im voraus genehmigen lassen. Abgelehnt hatte die Aufsichtsinstanz bereits den Antrag der Telekom, auch für die USA und Dänemark aus der Regulierung entlassen zu werden. Inzwischen habe das Unternehmen auch eine Marktbeherrschung für Telefondienste nach Russland, Weißrussland, der Ukraine und Kasachstan bestritten, sagte Kurth weiter.

Ob die Telekom mit ihrem neuerlichen Antrag erfolgreich sein wird, ist ungewiss. Es werde zu prüfen sein, ob ein einzelnes Zielland als eigener Markt anzusehen sei, sagte Kurth. Die Entlassung der Telekom aus der Regulierung von Telefondiensten in die Türkei hatte Kurth damit begründet, dass die Telekom nur über einen geringen Marktanteilsvorsprung zum nächsten Wettbewerber verfüge.

Kurth distanzierte sich vor dem Hintergrund der schlechten Ertragslage vieler Telekommunikations-Anbieter von der Prognose, es drohe wieder ein Telekom-Monopol am Markt. Er sicherte zu, die Behörde werde mit ihrer Wettbewerbspolitik weiterhin ein stabilisierender Faktor sein. Man werde auch künftig Märkte im Einzelfall abgrenzen und die marktbeherrschende Stellung der Telekom umfassend prüfen.

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