Deutsche Telekom : Obermann legt Strategie dar

Drei Wochen nach seinem Amtsantritt hat Telekom-Vorstandschef René Obermann Eckpunkte seiner künftigen Strategie vorgelegt. Innerhalb des Konzerns deutet sich demnach ein umfangreiches Stühlerücken an.

Bonn - Bei der Sitzung des Kontrollgremiums, die bis zum frühen Abend andauern sollte, wurden auch Entscheidungen über die Neubesetzung einiger Vorstandsposten erwartet. Danach wird Festnetzchef Walter Raizner voraussichtlich durch den T-Mobile-Manager Timotheus Höttges ersetzt. Als Obermann-Nachfolger für die Mobilfunksparte ist Hamid Akhavan im Gespräch, der zuletzt bei T-Mobile für die Technik zuständig war.

Strittiger Punkt ist die Berufung der T-Systems-Managerin Regine Büttner als Nachfolgerin von Personalchef Heinz Klinkhammer. Zu der Personalie gibt es unterschiedliche Auffassungen zwischen der Dienstleistungsgewerkschaft Verdi und einigen Managern der Telekom. Der 60-jährige Klinkhammer ist seit mehr als 10 Jahren im Vorstand der Telekom tätig. Während dieser Zeit hat er den Umbau des ehemaligen Bundesunternehmens zu einem wettbewerbsfähigen Konzerns wesentlich mitgeprägt. In dem Zeitraum sind mehr als 100.000 Arbeitsplätze bei der Telekom abgebaut worden.

Weiter im Vorstand vertreten bleiben werden dem Vernehmen nach Lothar Pauly, der für T-Systems zuständig ist, und Finanzvorstand Karl-Gerhard Eick. Den Planungen zufolge soll der Vertrag mit Eick verlängert werden. Der langjährige Finanzvorstand gelte als wichtiger Garant für die Stabilität in dem Gremium, hieß es.

Fusion von T-Com und T-Mobile vom Tisch

Bei der Unternehmensstrategie werden keine radikalen Schnitte und damit großen Überraschungen durch Obermann erwartet. So sei eine möglich Verschmelzung der Sparten T-Com und T-Mobile vom Tisch. Eine Fusion der beiden Divisionen würde die Handlungsfähigkeit blockieren, was bei dem harten Wettbewerbsumfeld in Deutschland fatale Folgen haben könnte, hieß es in Unternehmenskreisen. Branchenexperten hatten seit längerem ein Zusammengehen von T-Com und T-Mobile gefordert, mit dem Ziel einer besseren Kooperation der Sparten.

Dennoch will Obermann künftig die Handysparte und Festnetzsäule künftig enger verzahnen. In der Vergangenheit agierten die Bereich relativ autark und machten sich immer wieder heftig Konkurrenz. Mit diesen Rivalitäten will Obermann endgültig Schluss machen, was auch die personelle Neubesetzung im Vorstand zum Ausdruck bringen soll. Ziel sei es, die Zusammenarbeit von T-Com und T-Mobile zu verbessern. "Dafür müssen die Prozessabläufe vereinheitlicht werden", sagte ein mit dem Verfahren vertrauter Manager. (tso/dpa)

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