Wirtschaft : Deutsche Telekom schließt Partnerschaft mit dem FC Bayern

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Die Wahl zum Tor des Monats live und in Farbe per UMTS aufs Handy: Die Vision vom globalen Fußballstadion hat etwas verlockendes. Sollte sie wahr werden, stehen der Deutschen Telekom und dem FC Bayern München rosige Zeiten ins Haus. Am Donnerstag unterzeichneten Telekom-Chef Ron Sommer und Karl-Heinz Rummenigge, der Vorstandsvorsitzende der FC Bayern AG, einen Vertrag über eine Partnerschaft für zunächst sechs Jahre. Sie beginnt am 1. Juli.

Dabei folgen die Partner dem Beispiel ihrer jeweils größten Konkurrenten Vodafone und Manchester United und planen eine Zusammenarbeit, die weit über traditionelle Trikotwerbung hinaus geht: Pressekonferenzen sollen per Web-TV im Internet übertragen werden, Tickets noch bis unmittelbar vor Anpfiff über das Handy bestellt werden können. Mittelfristig will die Telekom über die Mobilfunktechnik UMTS alle Tore des FC Bayern aktuell auf die Handys der Fans senden. Das ist besonders interessant, da die EU-Kommission zur Zeit über eine Neuregelung der Fußballvermarktung nachdenkt.

Rummenigge berichtete, dass die TV-Rechte zwar weiter zentral über die Deutsche Fußball Liga (DFL) vermarktet werden sollen, weitere Multimediarechte könnten jedoch nach Ablauf der aktuellen Verträge - für die Bundesliga ab 2004 - von den Vereinen selbst vermarktet werden. Die Telekom würde für die Investition von jährlich bis zu 25 Millionen Euro also nicht nur von der mit 70 Minuten täglich hohen Medienpräsenz des Weltpokalsiegers profitieren, sondern könnte als Mobilfunkanbieter exklusiv den Markt der Bayern-Fans erobern.

Deren schlimmste Befürchtung, die Spieler könnten bald in einem magenta-farbenen Outfit auflaufen, wurden durch die Vorstellung der neuen Auswärtstrikots besänftigt. In fremden Stadien werden die Bayern künftig in einem blütenweißen Dress mit grauem Kragen und dem Logo von T-Mobile spielen. Charmantes Detail: Auf den Stutzen sind die fünf grauen Telekom-Digits abgedruckt, die aus der Werbung bekannt sind.

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