Wirtschaft : Deutsche Telekom: Treue-Aktien müssen versteuert werden

Treue Aktionäre der Deutschen Telekom werden in diesen Tagen belohnt. Anleger, die ihre Papiere aus der zweiten Tranche des Börsengangs im Juni vergangenen Jahres bezogen haben und sie über ein Jahr lang, bis zum 31. August, im Depot liegen ließen, erhalten so genannte Bonus- oder Treue-Aktien. Für je zehn T-Aktien bekommen sie eine Aktie geschenkt. Weniger erfreulich ist allerdings dabei die Steuerpflicht. Denn die Treue-Aktien müssen nach Aussage der Telekom und des Bundesfinanzministeriums wie Kapitalerträge versteuert werden. Zu Grunde liegen wird der Berechnung die erste Notierung der Telekom-Aktie am 31. August. Dieser Kurs wird dann voll auf den Sparerfreibetrag (3100 Mark für Ledige, 6200 Mark für Verheiratete) angerechnet - der Vorgang ähnelt damit der Besteuerung von Dividenden, so das Finanzministerium in Berlin. Die über die Freibeträge hinausgehende Summe wird mit dem individuellen Einkommensteuersatz versteuert.

Zudem beginnt bei den neuen Treue-Aktien die Spekulationsfrist neu. Die Treue-Aktien werden den Aktionären in den nächsten Tagen gut geschrieben. Von diesem Zeitpunkt an läuft die Frist; erst nach Ablauf von einem Jahr sind eventuelle Kursgewinne steuerfrei.

Aktionäre der ersten Tranche hatten sich noch über steuerfreie Treue-Aktien freuen können. Vorwürfen, dass Aktionäre der ersten und zweiten Tranche nicht gleich behandelt würden, tritt die Deutsche Telekom mit dem Verweis auf das Verkaufsprospekt der zweiten Tranche entgegen. Tatsächlich hieß es im Prospekt: "Es kann nicht ausgeschlossen werden, dass der Bezug von Bonusaktien als Dividende behandelt und entsprechend besteuert wird." Die jetzt auszugebenden Treue-Aktien müssen wie Kapitalerträge versteuert werden, da sie eine Leistung des Bundes und nicht der Telekom seien, verweist eine Sprecherin des Finanzministeriums auf den juristischen Hintergrund. Denn das Versprechen, Treueaktien auszugeben, habe der Bund gegeben und nicht die Telekom. Die Steuerfreiheit der Treue-Aktien aus der ersten Tranche resultierte aus einem Kompromiss zwischen Bund und Ländern. Ursprünglich hatten Telekom und Bund die Treueaktien als einen nicht steuerpflichtigen Rabatt auf den Kaufpreis betrachtet.

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