Wirtschaft : Deutsche Telekom: Verkauf des Kabelnetzes verzögert sich

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Der Verkauf des größten Teils des Fernsehkabelnetzes der Deutschen Telekom an den US-Konzern Liberty Media verzögert sich weiter. Der Vertrag wird voraussichtlich nicht mehr in dieser Woche unterzeichnet. Das erfuhr das Handelsblatt aus Kreisen beider Unternehmen. Liberty hatte den Abschluss bis zum Ende der Woche angekündigt, nachdem das Handelsblatt über neue Bedingungen von Liberty-Präsident John Malone an die Telekom berichtet hatte.

Bei Liberty heißt es, die Verzögerung sei technischer Natur und der Vertrag werde in den kommenden acht Tagen unterzeichnet. Aus Telekom-Kreisen verlautete jedoch, Malone verzögere mit neuen Forderungen den Kauf. "Wir haben den Eindruck, dass Malone wegen der Kursverluste der Telekom denkt, er könne die Bedingungen diktieren", hieß es. Die Telekom sei aber nicht auf Liberty angewiesen. Sie werde sich vielmehr anderen Interessenten zuwenden, wenn Malone weiter versuche, von den erzielten Einigungen abzurücken. Liberty steht nach Angaben aus Unternehmenskreisen zu dem Kauf. Bereits am Montag werde ein Liberty-Team Räume bei der Telekom in Bonn beziehen.

Nach eigenen Aussagen steht das Finanzmakler-Unternehmen Compere in London bereit, das Fernsehkabelnetz zu kaufen. Compere hatte ein Angebot für einzelne Teile des Netzes ausgearbeitet, bevor sich die Telekom im Februar für Liberty entschied.

Die Telekom will die Einnahmen von fünf Milliarden Euro aus dem Verkauf der Kabelnetze zum Schuldenabbau verwenden. Weil die kartellrechtliche Prüfung ohnehin nicht mehr im Jahr 2001 abgeschlossen werden kann, sieht der neue Schuldenplan der Telekom diese Einnahmen jetzt für 2002 vor.

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