Wirtschaft : Deutsche Telekom wirft Wettbewerber aus der Leitung

BONN (AFP/Tsp).Die Deutsche Telekom hat Vorwürfe des Konkurrenten First Telecom wegen des "überfallartigen" Abschaltens angemieteter Leitungen zurückgewiesen.Diese Leitungen seien vertragswidrig genutzt worden, sagte ein Sprecher der Deutschen Telekom am Samstag in Bonn.First Telecom hatte dem früheren Staatsunternehmen zuvor vorgeworfen, mit dem kurzfristigen Kappen der Verbindungen unter der Rufnummer 0800 am Freitag seine Machtposition im Bereich der Leitungen gegen einen Wettbewerber auszuspielen.Das Frankfurter Unternehmen kündigte deswegen rechtliche Schritte an.

Der Sprecher der Deutschen Telekom wies darauf hin, sein Unternehmen habe die 0800er-Nummern an die Firma Worldcom vermietet, die diese Verbindungen dann offenbar an die First Telecom untervermietet habe.Dabei sei eine normale Nutzung mit einem Festnetzanteil von rund 93 Prozent und einem Mobilfunkanteil von etwa sieben Prozent zugrundegelegt worden.Tatsächlich habe First Telekom die Verbindungen aber zu 100 Prozent für den Mobilfunk genutzt.Dies habe dazu geführt, daß die Deutsche Telekom fast 50 Pfennig pro Minute Handy-Gespräch über die 0800er-Nummern habe draufzahlen müssen.Diese Subventionierung des Konkurrenten sei nicht länger hinnehmbar gewesen, erklärte das Vorstandsmitglied der Deutschen Telekom, Gerd Tenzer.

"Grund für das grob wettbewerbsschädliche Verhalten der Deutschen Telekom sind mutmaßlich die sensationelle günstigen Mobilfunkpreise, die First Telecom mit der 0800er-Nummer realisiert hat", kommentierte Geschäftsführer Bernhard Pussel den Vorgang.Offenbar solle "hier ein Wettbewerber abgewürgt werden".First Telecom berechnet ihren Kunden für Anrufe vom Handy ins Festnetz tagsüber 38 Pfennige und in der Nebenzeit 20 Pfennige.In einem Gespräch mit einem Mitarbeiter der Stiftung Warentest am Sonnabend erklärte Pussel aber, das günstige Angebot voraussichtlich ohnehin nicht auf Dauer halten zu können.Möglicherweise werde First Telecom in Richtung des alten Preisniveaus von rund 76 Pfennig pro Minute zurückkehren müssen.In jedem Falle sollen Kunden des Unternehmens, die wegen der Nummern-Abschaltung nicht telefonieren konnten, der Ausfall vergütet werden, sagte Pussel der Stiftung Warentest.

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