Wirtschaft : Deutsche trinken mehr billiges Mineralwasser

Discounter bauen Marktanteile deutlich aus – Verband erwartet für 2006 dennoch steigende Preise

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Berlin Die Deutschen kaufen Mineralwasser immer mehr zu Niedrigpreisen bei Discountern. „Die Entwicklung bei den Billigmarken ist dramatisch“, sagte Peter Traumann, Vorsitzender des Verbandes Deutscher Mineralbrunnen e.V. (VDM) am Mittwoch in Berlin. Einige teurere Markenanbieter hätten deshalb Einbußen erlitten. Derzeit beträgt der Marktanteil der Discounter 37 Prozent. Im vergangenen Jahr lag er noch zur gleichen Zeit bei 26 Prozent. Zunehmend beliebter ist stilles Wasser.

Der Gesamtabsatz der Branche ging verglichen mit 4,7 Milliarden Litern im Vorjahr um weniger als ein Prozent zurück. Die Billigkonkurrenz stammt ebenfalls aus dem Verband, in dem 99 Prozent aller deutschen Mineralbrunnen, mit insgesamt 15600 Mitarbeitern organisiert sind. Ausländische Wässer, zum Beispiel Volvic oder San Pellegrino, machen wie im gleichen Zeitraum des Vorjahres knapp zehn Prozent aus. Im Schnitt trank jeder Deutsche pro Jahr zuletzt 125 Liter Mineralwasser.

Für das kommende Jahr erwartet der VDM eine Preiserhöhung von bis zu sechs Cent je Liter Mineralwasser. Zusätzliche Transportkosten durch die Lkw-Maut, erhöhte Energiekosten und Lohnsteigerungen seien bisher nicht an die Kunden weitergegeben worden. Um diese Entwicklung abzufedern, forderte der VDM, dass auf Mineralwasser wie auch auf alle anderen Lebensmittel nur der halbe Mehrwertsteuersatz erhoben werden soll.

Bei den Trinkgewohnheiten nähern sich die Deutschen immer mehr den Franzosen und Italienern an. Erstmals verkauften die deutschen Brunnen ebenso viel stilles Wasser (23,6 Prozent Umsatzsteigerung) wie stark kohlensäurehaltigen Sprudel. Dieser galt in der Branche bisher als typisch Deutsch.

Auch so genannte „Wellness-Getränke“ werden verstärkt gekauft. Während Sport-, Vitamin- und Schorlengetränke mit 20,9 Prozent deutlich zulegten, brach der Absatz von zuckergesüßten Saftgetränken auf Mineralwasserbasis um 19,4 Prozent ein. pvs

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