Wirtschaft : Deutsche und niederländische Bahn gehen zusammen

FRANKFURT (MAIN) . Die Frachtsparten der deutschen und niederländischen Bahn werden zu einem europäischen Transport- und Logistikunternehmen verschmolzen. Das wurde am Freitag in Frankfurt bekannt. Das neue Unternehmen mit dem Arbeitstitel Rail Cargo Europe kommt auf sieben Mrd. DM Umsatz und fast 45 000 Mitarbeiter. Es wird seinen Sitz in Mainz haben. Angestrebt sei die Form einer Aktiengesellschaft, hieß es in Bahnkreisen. Der Vorstandsvorsitzende der Deutschen Bahn AG, Johannes Ludewig, und der Präsident der niederländischen Bahn NS NV, Rob den Besten, werden den Vertrag am Dienstag in Frankfurt unterzeichnen. Die DB Cargo AG, Mainz, erzielt einen Jahresumsatz von rund 6,6 Mrd. DM; die NS Cargo NV kommt auf rund 330 Mill. DM. Das fusionierte Unternehmen soll offen sein für weitere Beitritte, auch aus den Bereichen Spedition und Binnenschiffahrt. "Wir erwarten, daß es in wenigen Jahren nur noch eine Handvoll Global Player im europäischen Schienentransportmarkt geben wird", hieß es bei der Bahn. Die Muttergesellschaften werden ihre beiden Frachtfirmen in das neue Unternehmen einbringen und entsprechend der Bedeutung Anteile daran halten. So verbleibt das größte Stück bei der Deutschen Bahn. Ziel ist es, den internationalen Schienentransport auszubauen und die Fahrtzeiten zu senken. Außerdem werden künftig mehr Loks und Waggons benutzt, die auf den unterschiedlichen Standards anderer europäischer Länder eingesetzt werden können. So hat die DB Cargo AG 400 Loks bestellt, die auf unterschiedlichen Systemen fahren können. "Wir verlieren an der Grenze noch Zeit, während der Lkw bereits durchfährt", hieß es bei der Bahn. "Die Zukunft der Schiene liegt in Europa und nicht beim Transport von Brühwürfeln innerhalb eines Bundeslandes." Die DB Cargo AG ist nach eigenen Angaben mit 73,3 Mrd. Tonnen-Kilometer das größte europäische Unternehmen der Branche vor der polnischen Bahn. Die NS Cargo kommt auf 3,8 Mrd. Tonnen-Kilometer.

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