Wirtschaft : Deutsche vertrauen der Rente nicht Trotz Krise bevorzugen sie die private Vorsorge

Berlin - Ungeachtet der Finanzkrise halten die Deutschen die private Vorsorge für sicherer als die staatliche Rente. Das ist das Ergebnis einer Studie des Allensbacher Instituts im Auftrag der Postbank. 45 Prozent der Berufstätigen vertrauen auf die eigene Vorsorge. Nur 38 Prozent halten dagegen die staatliche Rente für sicherer. Die Forscher befragten die Beschäftigten im Juli, also noch vor der jüngsten Verschärfung der Krise.

Allerdings tendieren die deutschen eher zu sicheren Anlageformen wie Festgeldanlagen, Sparbriefe und vor allem Bausparerverträge: „Aktien und Aktienfonds gehören vielleicht nicht wenig überraschend zu den Verlieren“, sagte Postbank-Vorstand Michael Meyer gestern in Berlin.

Die Studie zeigt auch eine sinkende Bereitschaft der Beschäftigten in ihre Altersversorgung zu investieren. 2008 zahlten sie nur 188 Euro pro Monat. Im Jahr zuvor waren es noch 204 Euro. „Offenbar ist daher eine gesetzliche Pflicht zur privaten Altersversorgung angezeigt“, sagte Meyer.

Für Rudolf Hickel von der Universität Bremen wäre das zu gefährlich. Die Finanzkrise zeige, wie riskant eine kapitalgedeckte Altersvorsorge sein kann. „Wir sehen jetzt, dass wir uns neue Risiken eingehandelt haben,“ sagte Hickel dem Tagesspiegel. Hickel rechnet auch damit, dass die variablen Zinsen von Lebensversicherungen schon bald auf Null sinken werden. „Vor der Krise sagten die Experten, dass die Finanzmärkte unerschütterlich seien und krisensicher. Jetzt zeigt sich, dass sie Unrecht hatten.“

Die Brandenburger Verbraucherzentrale rät derzeit dennoch, sich ausreichend privat abzusichern. „Auch am Kapitalmarkt kann man weiterhin privat gut vorsorgen“, sagte der Finanzexperte Erk Schaarschmidt. Allerdings sollten Anleger ihr Kapital breit streuen. „Und man sollte das Geld nicht in absehbarer Zeit benötigen“, sagt Schaarschmidt. Aktien und Fonds sollten gerade jetzt in Krisenzeiten nicht abgestoßen werden. „Es wird auch wieder bergauf gehen“, sagt Scharschschmidt. Allerdings sollten Anleger genau prüfen, welche Zertifikate sie besitzen. So rät die Verbraucherzentrale beispielsweise dazu, Zertifikate der WestLB zu verkaufen.fsp

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