Wirtschaft : Deutsche Wertarbeit für Chek Lap Kok

PETER SEIDLITZ (HB)

HONGKONG .In der ehemaligen britischen Kolonie Hongkong, in der traditionell der von London ernannte Gouverneur Rolls Royce fuhr und die Minister Jaguar, hat sich mit der Machtübergabe an China der Fuhrpark erneuert: Deutsche Autos aus der S-Klasse von Mercedes wurden rechtzeitig für den Besuch von Chinas Präsident Jiang Zemin und zur Airport-Eröffnung am Montag als Public Relation- und Marketing-Übung nach Hongkong verschifft.

Hongkong ist wichtiger Regionalstandort für deutsche Firmen und Banken.Von den 23 Mrd.Dollar, die der Bau des neuen Flughafens Chek Lap Kok gekostet hat, erhielten denn auch deutsche Firmen Aufträge in beträchtlicher Höhe.Im Terminal, auf der Lande- und Startbahn, bei den Zufahrtswegen und im Tower steckt deutsche Wertarbeit.

Das Jenaer Unternehmen Jenoptik lieferte für 8,5 Mill.DM das automatische Wetterbeobachtungs-System, das Flugzeugen die Landung auch bei Null-Sicht ermöglicht.Das Luftfracht-Terminal, die modernste und größte rechnergesteuerte Frachthalle der Welt und ein Muster von Innovation bei der Cargo-Automatisierung, wurde von Mannesmann-Dematic entwickelt und gebaut.Der Auftragswert betrug satte 300 Mill.DM.Die Siemens AG ist gleich mit fünf Projekten im Airport Chek Lap Kok vertreten (Auftragsvolumen: 80 Mill.DM).Siemens hat die vollautomatische Gepäcksortierung für die Terminals geliefert.13 700 Gepäckstücke kann das System in jeder Stunde aufnehmen, identifizieren, bewegen und anliefern.Siemens hat auch das neue Luftpost-Zentrum (für die Bearbeitung von 650 000 Postsendungen pro Tag) mit vollautomatischer Sortierung am Airport gebaut, die Stromversorgung für parkende Jets, das Telekommunikationssystem und 1100 Workstations für das Check-In.Da weitere Aufträge in der Region erwartet werden, gründete Siemens ein eigenes regionales Hauptquartier für Produktions- und Logistiksystems in Hongkong.Der Bahnhersteller Adtranz hat für 1,6 Mrd.Hongkong-Dollar (380 Mill.DM) Waggons für den Airport-Expreß geliefert, Hagenuk baute das Observierungs-System für die im Südchinesischen Meer oft gefährliche Windsituation am Airport, die LSG Lufthansa Service baute ein eigenes Haus für die Flugverpflegung, Schindler lieferte die Aufzüge und Wanzl Metallwarenfabrik die Gepäckwagen für die Passagiere.

Für die Flughafenbetreiber hielt sich der Erfolg am ersten Tag in Grenzen: Probleme im Zentralcomputer legten den Betrieb des neuen Flughafens teilweise lahm.Zusätzlich erschwert worden sei der Betrieb durch Tausende von Schaulustigen, die das Fahrstuhlsystem, Gehbänder und Rolltreppen zum Erliegen gebracht hätten.

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