Wirtschaft : Deutsche Wirtschaft exportiert weniger

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Wiesbaden/Düsseldorf (dpa/HB). Die Ausfuhren der deutschen Wirtschaft haben sich im Frühjahr im Rückwärtsgang befunden. Sie sanken im ersten Quartal um 2,2 Prozent im Vergleich zum Vorjahr auf 156 Milliarden Euro. Besonders stark gingen die Exporte in die EU, USA und Japan zurück. Angestiegen sind dagegen nach Mitteilung des Statistischen Bundesamtes vom Montag die Ausfuhren nach Russland und China. Unter den EU-Ländern hat vor allem Großbritannien mehr Waren aus Deutschland importiert.

Gute Nachrichten gibt es indes für die Euro-Zone: Der Aufschwung steht vor der Tür. Ab der Jahresmitte nimmt die Wirtschaft endlich wieder deutlich Fahrt auf, prognostiziert der Handelsblatt-Eurokonjunkturindikator. Er kletterte im Juni den vierten Monat in Folge. Für das dritte Quartal signalisiert er eine Wachstumsdynamik von 1,3 Prozent. Im Vergleich zum zweiten Vierteljahr könnte das Bruttoinlandsprodukt (BIP) sogar um stattliche 4,2 Prozent zulegen, denn die Auftragsbücher beginnen sich wieder zu füllen, die Lager leeren sich. Zudem sehen Unternehmer wie Konsumenten optimistischer in die Zukunft als noch im April.

Zum ersten Mal ist die Stimmung wieder besser als im September 2001. Damit sollte das Trauma vom Abgleiten in die Rezession nach dem 11. September überwunden sein. Die neue Dynamik ab der Jahresmitte wäre der Schlusspunkt hinter einem verloren Jahr. „Bis zur Jahresmitte dürfte sich die Wachstumsdynamik im Euroraum zunächst kaum beleben, dann aber wird der Wendepunkt erreicht sein“, erklärt Ulrich van Suntum, Ökonomie-Professor an der Universität Münster und Vater des Indikators. Derzeit entwickelt sich vor allem Frankreich zunehmend zum Konjunktur-Motor in der Euro-Zone – Deutschland hingegen hinkt in vielerlei Hinsicht noch hinterher. In Frankreich kletterte das BIP zu Jahresbeginn deutlich stärker als in Italien und Deutschland.

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