Wirtschaft : Deutsche Wirtschaft unbeirrt Ifo-Geschäftsklima legt gut einen Punkt zu

Berlin - Die deutsche Wirtschaft lässt sich von der Finanzkrise und dem hohen Ölpreis bisher kaum erschüttern. Die meisten Unternehmen beurteilen ihre Lage jedenfalls ausgesprochen positiv. Der Geschäftsklimaindex des Münchner Ifo-Instituts stieg im Mai überraschend auf 103,5 Punkte, nachdem er im April noch auf 102,4 Punkte gesunken war. Der Index basiert auf einer Befragung von rund 7000 Unternehmen und spiegelt sowohl deren Einschätzung der aktuellen Geschäftslage als auch die Erwartungen für die nächsten Monate wider. Beide Teilindikatoren entwickelten sich im Mai positiv. Weiterhin beurteilen die Unternehmen ihre aktuelle Lage aber besser als die künftige Entwicklung.

Der Anstieg nährt nun Hoffnungen, dass die deutsche Wirtschaft die weltweite Finanzkrise und den Abschwung in den USA besser übersteht als bisher erwartet. „Damit beweist sich, dass die deutsche Wirtschaft besser positioniert ist als die meisten anderen europäischen Nachbarländer“, sagt Volkswirt Alexander Koch von der Bank Unicredit. Vor allem die Industrie profitiere vom komfortablen Auftragspolster. „Das dürfte einen Absturz der deutschen Wirtschaft in den kommenden Monaten verhindern.“ Auch Ifo-Chef Hans-Werner Sinn ist optimistisch: „Insgesamt dürfte die Dämpfung der deutschen Konjunktur nach dem sehr guten ersten Quartal moderat ausfallen“, sagte er. In der vergangenen Woche hatte das statistische Bundesamt ein überraschend starkes Wirtschaftswachstum von 1,5 Prozent für das erste Quartal 2008 gemeldet. Experten erwarten jedoch, dass sich das Wachstum im Jahresverlauf deutlich abschwächen wird.

Fortsetzten soll sich jedoch der Trend zu mehr Beschäftigung. Wie das Statistische Bundesamt am Mittwoch mitteilte, gab es im ersten Quartal 39,8 Millionen Erwerbstätige in Deutschland. Innerhalb von zwei Jahren hat sich die Zahl um 1,4 Millionen erhöht. Das ist der stärkste Anstieg seit der Wiedervereinigung. Der Großteil der neuen Jobs entstand im Dienstleistungssektor, wo die Zahl der Erwerbstätigen um 1,1 Millionen stieg. stek

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