Wirtschaft : Deutscher Aktienindex: Karstadt-Quelle und Adidas zittern um ihre Position im Dax

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Bis zum 14. Februar müssen Karstadt-Quelle und Adidas Salomon noch bangen. Dann entscheidet der Arbeitskreis Indizes der Deutschen Börse, wer Mitte März für die Post Platz im Dax machen muss. Der Aufstieg des Bonner Konzerns ist zwar noch nicht beschlossene Sache, doch formal hat die Post die Aufnahmekriterien für den exklusiven Klub der 30 wichtigsten deutschen Aktien bereits erfüllt. Dafür müsste dann der "kleinste" Dax-Wert ausscheiden, und hier haben Adidas und Karstadt die schlechtesten Karten.

Entscheidend für die Mitgliedschaft im Dax sind Umsatz und Börsenkapitalisierung. Auf der am Donnerstag Abend veröffentlichten Januar-Rangliste der Deutschen Börse, die für die nächste Index-Anpassung maßgeblich ist, rückte die Post mit einer Kapitalisierung von 13 Milliarden und einem Umsatz von 7,6 Milliarden auf die Plätze 19 und 23 vor. Adidas belegt nur noch die Ränge 42 und 28, Karstadt-Quelle steht an 37. und 31. Stelle. Eigentlich steht die reguläre Dax-Überprüfung erst im August an, doch da die Post unter die 25 größten Werte vorgestoßen ist, hat sie sich außer der Reihe für den Aufstieg qualifiziert. Zwar handelt es sich dabei um eine "Kann-" und keine "Muss-"Regel, doch nach Einschätzung von Stephan Appelhans, Indexexperte bei Dresdner Kleinwort Wasserstein, "gibt es keinen plausiblen Grund der Post einen Dax-Platz zu verweigern". Auch für Carsten Hilck von der Fondsgesellschaft Union Investment "spricht nichts gegen den Aufstieg" des Bonner Konzerns. Die Postaktie konnte am Freitag nur leicht von der guten Nachricht profitieren. Am Vormittag stieg der Kurs zwar auf ein neues Rekordhoch von 24,78 Euro, gab dann aber wieder auf 24,18 Euro nach. Eindeutiger fiel die Börsenreaktion in der Abstiegsfrage aus. Während der Adidas-Kurs um mehr als fünf Prozent fiel, verloren Karstadt-Quelle nur 0,4 Prozent.

Dass sowohl Karstadt-Quelle als auch Adidas ihren Platz im Dax räumen müssen, halten Hilck und Appelhans für sehr unwahrscheinlich. Denn im Gegensatz zur Post hat der Finanzdienstleister MLP, der als Dax-Anwärter gilt, den Sprung unter die ersten 25 knapp verpasst. Allerdings räumen die Indexexperten MLP bei der Dax-Überprüfung im Sommer gute Aufstiegschancen ein.

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