Wirtschaft : Deutscher Außenhandel bleibt auf Kurs

Trotz Asienkrise wieder zweistelliges Plus erwartet / Kaum Auswirkung auf Arbeitsmarkt BONN (dpa).Der Exportboom der deutschen Wirtschaft hält an.Nach Schätzung des Bundesverbandes des Deutschen Groß- und Außenhandels (BGA) werden die Ausfuhren in diesem Jahr ein Volumen von 989 Mrd.DM erreichen und damit erneut einen zweistelligen Zuwachs erzielen.BGA-Präsident Michael Fuchs gab damit am Dienstag in Bonn eine weitaus optimistischere Prognose als die Bundesregierung ab.Der Wetterbericht für die Außenhandelskonjunktur sei "weiterhin sonnig und trocken".Zugleich warnte der BGA aber vor zu hohen Erwartungen für den Arbeitsmarkt.Hier werde es in diesem Jahr "vielleicht eine Trendwende, sicherlich aber keinen Durchbruch" geben.Während die Bundesregierung in ihrem Jahreswirtschaftsbericht bei den Exporten nur von einem Zuwachs von 7,5 Prozent ausgeht, erwartet der BGA eine Steigerung von 11,5 Prozent.Dies ist nur ein Prozentpunkt weniger als das Plus von 1997, als der Außenhandelsüberschuß mit 122 Mrd.DM seinen höchsten Stand seit der Wiedervereinigung erreicht hatte.Dabei standen Ausfuhren im Wert von 887 Mrd.DM Einfuhren für 766 Mrd.DM gegenüber.Deutschland profitierte 1997 auch von der günstigen Entwicklung des Dollars. Exportschlager sind unverändert Autos gefolgt von Maschinen, Elektronik und chemischen Erzeugnissen.Für 1998 rechnet der BGA auch bei den Importen mit einer deutlichen Steigerung um neun Prozent auf knapp 834 Mrd.DM.Dabei werde ein Großteil der nach Deutschland kommenden Waren nicht im Inland verbraucht, sondern in Exportprodukte eingebaut und dann wieder ausgeführt, erläuterte Fuchs.Auch die Asienkrise werde den deutschen Außenhandel in diesem Jahr "nicht allzusehr in Mitleidenschaft ziehen".In die hauptsächlich betroffenen Länder gingen nur 4,9 Prozent der deutschen Exporte.Es sei allerdings zu befürchten, daß es wegen der Krise zu spürbaren Wachtumseinbußen in den USA und Japan kommt und die Situation somit indirekt auf den deutschen Außenhandel durchschlagen könnte.Angesichts einer robusten US-Konjunktur sei aber auch dies "unproblematisch", sagte Fuchs.Schlimmere Auswirkungen seien zu befürchten, falls Hongkong seine Bindung an den US-Dollar nicht halten könne und damit neue Währungsturbulenzen ausgelöst würden. Für die deutsche Gesamtwirtschaft rechnete Fuchs mit einem Wachstum von drei Prozent nach 2,2 Prozent in 1997."Dennoch wird es in diesem Jahr keine wesentliche Entlastung am Arbeitsmarkt geben." Diese Aussage gelte auch, wenn die Zahl der Erwerbslosen - wie von Regierung und Verbänden erhofft - bis Dezember um 200 000 sinken sollte.Für eine durchgreifende Besserung der Lage fehle es an Investitionen.

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