Wirtschaft : Deutscher Kranich schwenkt auf Nordkurs

Lufthansa und SAS stärken Allianz STOCKHOLM (du).Eigentlich sollte jeder, der eine Reservierungsnummer von Lufthansa oder SAS wählt, mit den Namen beider Fluglinien begrüßt werden.Im Rahmen ihrer Star Alliance mit drei weiteren Airlines (Thai, United, Varig) sind die deutschen Kranich-Flieger und die skandinavische Luftverkehrsgesellschaft einen großen Schritt weiter aufeinander zugegangen.Doch noch nicht überall klappt die neue Fast-Ehe problemlos, schließlich waren beide Unternehmen bis vor wenigen Monaten erbitterte Konkurrenten.Inzwischen sind die meisten der rund 130 deutschen SAS-Mitarbeiter in der Bundesrepublik von der Lufthansa übernommen worden.Umgekehrt steht ein Großteil der etwa 100 Schweden, 50 Dänen und 30 Norweger, die in ihrer Heimat bisher für den Kranich tätig waren, jetzt im Dienst der Scandinavian Airlines.Der Wandel verlief im Stillen, da nur wenige ältere Betroffene in den Vorruhestand geschickt wurden und für den Rest Übergangsverträge gelten. Für beide Airlines geht es um Marktanteile und ums Geld."Skandinavien ist einer der größten Luftverkehrsmärkte der Welt", sagt Dieter Grotepass.Der Lufthansa-Mann in Stockholm weiß wovon er spricht.Allein in Schweden werden im Luftverkehr jährlich rund drei Mrd.Kronen (etwa 750 Mill.DM) umgesetzt.Der Lufthansa-Anteil liegt bei fünf bis acht Prozent, mit steigender Tendenz. Für die SAS, die selbst nur acht Überseeverbindungen ab Kopenhagen anbietet, bedeutet die Partnerschaft den Anschluß an das weltumspannende Langstreckennetz der Lufthansa, insbesondere über deren Drehkreuze Frankfurt und München.Umgekehrt profitiert die Lufthansa von der Verkaufsorganisation und vom dichten Zubringernetz des Partners in Skandinavien.Erst kürzlich hat sich die SAS an mehreren kleineren Regionalgesellschaften beteiligt, darunter auch mit 26 Prozent am dänischen Team Lufthansa-Mitglied Cimber Air.Diese hat daraufhin auch die nunmehr nach Tegel statt nach Tempelhof geführte Verbindung Kopenhagen/Berlin übernommen.So kurzfristig, daß der Wechsel noch nicht einmal in den Sommerflugplänen auftaucht. Wie die gesamte Star Alliance zielt auch die Partnerschaft zwischen Lufthansa und SAS auf Geschäftsreisende, die Businessclass buchen.Da spielt Berlin nach wie vor keine Rolle.80 Prozent des Umsatzes in Deutschland werden von 20 Prozent der Kunden gemacht, so Heinz-Jürgen Loose, der die SAS-Interessen in Berlin vertritt.Und das sind 20 Reisebüroketten und 50 Top-Unternehmen.Und von denen sei gerade einmal eines im Großraum Berlin ansässig.

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