Wirtschaft : Deutscher Maschinenbau: Maschinenbauer steigern Produktivität und Beschäftigung

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Die Gewinne im deutschen Maschinenbau sind seit Mitte der neunziger Jahre deutlich gestiegen. Mit einer durchschnittlichen Nettoumsatzrendite von 3,5 Prozent erreichten die Unternehmen im vergangenen Jahr einen neuen Spitzenwert. Auf Grund der Konjunkturschwäche werde man in diesem Jahr an den Wert nicht ganz herankommen, sagte Diether Klingelnberg, Vizepräsident des Branchenverbandes VDMA am Freitag in Frankfurt. Ausreichend seien die Erträge ohnehin immer noch nicht. "Wenn wir die künftig schärferen Eigenkapitalvorschriften überstehen wollen, müssen wir uns bei der Rendite in Richtung fünf Prozent bewegen."

1993 hatte der deutsche Maschinenbau mit einer Netto-Umsatzrendite von nur 0,9 Prozent seinen Tiefpunkt in den neunziger Jahren. Seitdem hat sich die Lage deutlich verbessert. Das zeigt eine vom VDMA in Auftrag gegebene Untersuchung des Instituts der Deutschen Wirtschaft (IW) von rund 34 000 Maschinenbaufirmen in Europa - darunter 275 aus Deutschland - und den USA. Dabei sind die Maschinenbauer hier zu Lande besser aus dem Tal herausgekommen als andere Branchen. Klingelnberg führt diese Entwicklung vor allem darauf zurück, dass "wir uns bei unseren größten Schwächen verbessert haben - bei der Arbeits- und Kapitalmarktproduktivität, der Eigenkapitalquote und der hohen Lohnquote". In der Studie wird darauf hingewiesen, dass die Löhne im Maschinenbau zwischen 1994 und 1998 nur etwa durchschnittlich zugenommen hätten und es damit keine überdurchschnittliche Belastung durch die Lohnstückkosten gegeben habe.

Größe nicht entscheidend

Die Studie zeigt auch, dass Größe im Maschinenbau kein Vorteil ist. Dies zeuge, so heißt es beim IW, von der Leistungsfähigkeit der mittelständisch geprägten Branche. Insgesamt ist der Maschinenbau seit Mitte der neunziger Jahre überdurchschnittlich gewachsen, sowohl beim Umsatz, bei der Wertschöpfung als auch relativ gesehen bei der Beschäftigung. Im vergangenen Jahr gab es einen weiteren außergewöhnlichen Sprung: Bei der Produktivität legten die Firmen um 6,3 Prozent zu, gleichzeitig entstanden 13 000 neue Arbeitsplätze. Damit hat der deutsche Maschinenbau auch im internationalen Wettbewerb aufgeholt. Gleichwohl liegt er dort mit Blick auf die Renditen immer noch nur im Mittelfeld. Mit einer Brutto-Umsatzrendite von 5,9 Prozent fanden sich die deutschen Firmen 1999 mit deutlichem Abstand hinter der Konkurrenz aus Griechenland, Finnland, Belgien und Frankreich, die es auf Renditen zwischen 6,5 und 14,7 Prozent brachten, allerdings auch deutlich vor den italienischen Firmen, die nur 4,8 Prozent schafften. Das Ergebnis der Studie stimmt VDMA-Vize Klingelnberg zwar generell zufrieden, "aber am Ziel sind wir deshalb noch lange nicht." Zumal auch die Studie darauf hinweist, dass die Produktivität im Maschinenbau noch deutlich unter dem des verarbeitenden Gewerbes liege.

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