Deutscher Verbrauchertag : Chancen nutzen, Risiken stutzen

Verbraucher vertrauen beim Mieten oder Leihen mehr auf Unternehmen als auf Privatleute. Verbraucherschützer mahnen, die Politik müsse das Potenzial der Sharing Economy endlich erkennen.

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Die Verbraucherschützer ermahnen, die ursprünglichen Ziele des Teilens und Tauschens nicht zu vergessen: Nicht Gewinnstreben sei entscheidend, sondern zum Beispiel das nach Solidarität oder Nachhaltigkeit. Foto: dpa
Die Verbraucherschützer ermahnen, die ursprünglichen Ziele des Teilens und Tauschens nicht zu vergessen: Nicht Gewinnstreben sei...Foto: dpa

Mit dem Teilen lässt sich Geld verdienen. Nicht umsonst haben Plattformen wie Uber, Airbnb, Blablacar und viele andere in den vergangenen Jahren verstärkt das Interesse von privaten Geldgebern und Investmentfonds geweckt.

Nach einer aktuellen Umfrage im Auftrag des VZBV hat die Sharing Economy unter Verbrauchern vor allem im Bereich Mobilität Potenzial: Mindestens zwei Drittel der Befragten können sich vorstellen, Mitfahrgelegenheiten oder Bikesharing zu nutzen. Beim Carsharing sind es 62 Prozent. Weniger Interesse besteht am Apartmentsharing (40 Prozent) und Crowdfunding (23 Prozent), also dem gemeinsamen Investieren in Firmengründungen.

Verbraucherschützer mahnen, dass auch die Politik das Potenzial der Sharing Economy endlich erkennen und Maßnahmen zum Schutz von Nutzern ergreifen muss. „Die Sharing Economy bietet neue Möglichkeiten für Verbraucher“, sagt Klaus Müller, Chef des Verbraucherzentrale Bundesverbands (VZBV). Der Erfolg neuer Angebote dürfe aber „nicht durch Abstriche bei Verbraucherrechten oder Datenschutz erkauft werden.“

Aus Sicherheitsgründen würden sich 62 Prozent der Verbraucher beim Leihen oder Mieten eher an ein Unternehmen als an eine Privatperson wenden. Wenn Verbraucher etwas leihen, ist 69 Prozent der Schutz ihrer Daten sehr wichtig.

Anlässlich des Deutschen Verbrauchertages an diesem Montag fordert der VZBV unter anderem mehr Transparenz für die Konsumenten. So müsse es eine klare Abgrenzung zwischen privaten und gewerblichen Anbietern auf den Plattformen geben. Als Kriterien könnten ein Höchstumsatz oder bei Wohnungen eine maximale Mietdauer dienen. Zudem müssten Verbraucher die Kontrolle über ihre Daten behalten.

Schon im Konzept der Angebote („Privacy by Design“) müssten Grundsätze wie Datensparsamkeit und Zweckbindung europaweit festgeschrieben werden. Zudem sei es die Aufgabe der Politik, eine gesellschaftliche Debatte anzustoßen und zu moderieren, inwieweit das Prinzip „Nutzen statt besitzen“ Ressourcen und Umwelt schonen könne.

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