Deutsches Mediengeschäft : Die Rückkehr des Leo Kirch

Mehr als fünf Jahre nach dem Zusammenbruch seines Medienimperiums engagiert sich Leo Kirch erstmals wieder offiziell auf dem deutschen Medienmarkt - und geht zurück in den Sportbereich.

Leo Kirch
Leo Kirch steigt wieder ins Mediengeschäft ein. -Foto: dpa

MünchenDer einstige Medienmogul Kirch steigt als Gesellschafter bei der EM.Sport Media AG ein. Im Gegenzug übernimmt EM.Sport Media AG von Kirch eine 36,4-Prozent-Beteiligung an der Schweizer Highlight Communications, die dieser verdeckt gehalten hatte. Auf lange Sicht will EM.Sport die Mehrheit an Highlight übernehmen. "Wir haben das Ziel, am Ende die Umsätze zu konsolidieren", sagte EM-Chef Werner Klatten. Damit wächst die ehemalige EM.TV in eine neue Größenordnung. Zu Highlight gehören unter anderem die renommierte Produktionsfirma Constantin und der Sportrechtevermarkter Team.

Insgesamt zahlt EM.Sport für das Highlight-Aktienpaket einen Kaufpreis von 163 Millionen Euro an die KF 15 GmbH Co. Offizielle Gesellschafter dieser Firma sind Kirchs Frau Ruth und sein enger Vertrauter Dieter Hahn. Gut 120 Millionen Euro fließen bar, der Rest wird in EM-Aktien bezahlt. Damit ist Leo Kirch künftig mit 11,5 Prozent der Anteile an der EM.Sport Media AG beteiligt, zu der unter anderem der Sportsender DSF und die Produktionsfirma Plazamedia gehören. Klatten ist zufrieden mit dem neuen Großaktionär. "Leo Kirch ist ein visionärer Unternehmer." Zudem sei er bekannt dafür, seine Beteiligungen langfristig zu halten.

Kooperation mit Premiere

Über ein Zusammengehen von EM.Sport und Highlight wird schon seit längerem verhandelt. Der Schweizer Konzern ist seinerseits mit knapp 15 Prozent an der EM.Sport Media beteiligt. Klatten stellte aber klar, dass EM.Sport bei einer Fusion die Führungsposition beansprucht. Highlight verfüge über weniger Liquidität. Mit ihrem engen Bündnis decken die beiden Unternehmen die gesamte Verwertungskette von der Produktion über die Rechtevermarktung bis hin zur Beteiligung an Fernsehsendern ab. Da sich EM.Sport weitgehend auf den Sportbereich konzentriert, ließ Klatten offen, ob die Produktionsfirma Constantin auf lange Sicht zu dem neuen Konzern gehören soll. Dagegen will EM.Sport künftig noch enger mit Premiere kooperieren. Daher werde man auch nicht für die Pay-TV-Rechte an der Fußball-Bundesliga bieten, sagte Klatten. Bei der neuen Bieterrunde will sich EM.Sport für das DSF aber wieder Free-TV-Rechte sichern.

Die Transaktion bedarf noch der Zustimmung der Kartellbehörden." Ich sehe da kein Problem", sagte Klatten. In Leo Kirchs Umfeld wurde betont, dass der 80-Jährige in den vergangenen Jahren unternehmerisch aktiv geblieben sei. Zudem war Kirch intensiv mit einem juristischen Feldzug gegen die Deutsche Bank beschäftigt. Er macht Äußerungen des früheren Deutsche-Bank-Chefs Rolf Breuer über seine Kreditwürdigkeit für den Zusammenbruch der KirchGruppe verantwortlich. Die Insolvenz der Kirch-Unternehmen, zu denen unter anderem der Bezahlsender Premiere, Deutschlands größter TV-Konzern ProSiebenSat.1 und eine große Filmbibliothek gehörten, war eine der größten Pleiten in Deutschland. (mit dpa)

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