Wirtschaft : Deutschland fehlen Spitzenkräfte

Bernd Hops

Seit den 80er Jahren herrscht Mangelwirtschaft im deutschen Bildungssytem. Viele Schulen sind heute renovierungsbedürftig. Wie viel Geld gebraucht wird, um wieder landesweit ein produktives Lernen zu ermöglichen, kann nur geschätzt werden. In diesem Jahrzehnt wären nach Expertenmeinung auf jeden Fall Investitionen von mehreren Dutzend Milliarden Euro nötig.

Das alles steht vor dem vernichtenden Urteil der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD), dass „das Bildungssystem in Deutschland in den 80er und 90er Jahren viel an Boden verloren hat“. Es gibt immer noch das Problem, dass die soziale Herkunft deutlich über den Bildungsweg und damit über die Aussichten am Arbeitsmarkt bestimmt. Zumal im internationalen Vergleich unterdurchschnittlich viele junge Menschen einen Hochschulabschluss machen. Für die letzten Jahre hat die OECD zwar eine Trendwende in Deutschland ausgemacht – aber auch festgestellt, dass der Rückstand zu anderen Industrienationen bei weitem noch nicht ausgeglichen ist. Dabei werden Hochqualifizierte im globalen Wettbewerb immer wichtiger.

Ein weiterer Schwachpunkt: Grundschulen und die Sekundarstufe I erhalten relativ wenig Geld. Dabei ist es hier noch möglich, stärker benachteiligte Schüler gezielt zu fördern und sie ihr Potenzial entdecken zu lassen. Aus Sicht der OECD ist der Ausbau der Ganztagsschulen, wie er gerade angegangen wird, ein Schritt in die richtige Richtung.

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