Wirtschaft : Deutschland holt in der Mikroelektronik gegenüber Japan auf

BERLIN (dw).Deutschland hat nach Auffassung des Fachverbandes VDE alle Chancen, auf dem Gebiet der Mikro-Elektronik eine weltweite Führungsrolle zu übernehmen.In den nächsten fünf Jahren werde sich der Markt für Computerchips (Halbleiter) in Deutschland um 12,5 Mrd.DM auf 26,6 Mrd.DM fast verdoppeln, erklärte Rolf Windmöller, Vorsitzender des Verbandes der Elektrotechnik, Elektronik und Informationstechnik (VDE) am Mittwoch auf der Jahrespressekonferenz in Berlin.Allein in der Datentechnik erwarte er ein Wachstum von 110 Prozent auf 4,5 Mrd.DM.Japan falle demgegenüber in wichtigen Geschäftsfeldern der Mikro-Elektronik immer weiter zurück.

Nach der neuesten VDE-Studie wird der Weltmarkt für Mikroelektronik jährlich um 16 Prozent wachsen und im Jahre 2003 ein Volumen von 265 Mrd.DM erreicht haben.Amerika und Europa werden ihre Anteile von 1998 mit rund 33 Prozent und 23 Prozent halten können.Japans Marktanteil werde aber von heute 21 auf dann 18 Prozent fallen - zugunsten der anderen fernöstlichen Staaten.

Für Deutschland könnte sich die Weiterentwicklung der Mikro-Elektronik: die "Nanotechnik" zu einem Innovationsmotor entwickeln, erklärte Windmöller.In der Nanotechnik geht es um elektronische oder optische Komponenten in der Größenordnung von einem Millionstel Millimeter.Diese Anwendungen könnten in der Nachrichten- und Computertechnik zur schnelleren Datenübertragung und zu höheren Speicherkapazitäten führen.Auch in der Medizin könnten die künstlichen Systeme in Zell-Größe zu einer technischen Revolution führen.Windmöller forderte ein Bündnis zwischen Politik, Wissenschaft und Wirtschaft, um den sich abzeichnenden Milliarden-Markt Nanotechnik zu erschließen."Wir müssen verhindern, daß uns dieselben Fehler wie Anfang der achtziger Jahre in der Mikroelektronik unterlaufen, deren Bedeutung seinerzeit klar unterschätzt wurde", warnte Windmöller.

Als Hemmschuh könne sich der Nachwuchsmangel erweisen.Während es 1990 noch 25 000 Studienanfänger im Fachgebiet Elektro- und Informationstechnik gegeben habe, seien es heute noch 13 260.Europaweit fehlten heute 500 000 IT-Spezialisten, kritisierte Windmöller.Die Nachwuchsfrage müsse endlich in der Bundesregierung "Chefsache" werden.

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