Deutschland statt Daimler : EADS sortiert sich neu

Als die "wichtigste Änderung seit der Gründung" bezeichnet EADS-Chef die neue Aktionärsstruktur. Deutschland und Frankreich halten zwölf, Spanien vier Prozent am Luftfahrt- und Rüstungskonzern.

Landung nach langem Flug. Der A380 ist das zivile Vorzeigemodell des europäischen Konzerns.
Landung nach langem Flug. Der A380 ist das zivile Vorzeigemodell des europäischen Konzerns.Foto: dpa

Frankreich und Deutschland haben sich nach zähen Verhandlungen auf eine neue Anteilsstruktur für den europäischen Luft- und Raumfahrtkonzern EADS geeinigt. Wie der Konzern am Mittwochabend nach Börsenschluss mitteilte, wird Deutschland mit einem Anteil von zwölf Prozent der dritte staatliche Großaktionär, auch Frankreich wird zwölf Prozent halten, Spanien vier Prozent. Der Autobauer Daimler und die französische Lagardère-Gruppe werden ihre Anteile „weitgehend reduzieren“, heißt es in der Pflichtmitteilung weiter. Der Streubesitz der Aktie wächst damit von knapp 50 auf mehr als 70 Prozent.

„Wir vollziehen damit die wichtigste Änderung seit der Gründung von EADS vor mehr als zwölf Jahren“, sagte EADS-Chef Tom Enders. Deutschland will mit seiner Beteiligung an dem Branchenriesen die Machtbalance mit Frankreich erhalten. Der staatliche Einfluss war lange ein Ärgernis zwischen den Regierungen. Der Anteil der Großaktionäre sinkt nun deutlich auf knapp 30 Prozent. EADS sieht darin eine Normalisierung und Vereinfachung der Konzernführung.

Die Neuordnung war nötig geworden, da die privaten Großaktionäre Daimler und Lagardère sich aus dem EADS-Kapital zurückziehen wollen.

Der deutsche Autokonzern und die französische Mediengruppe waren maßgeblich am bisherigen Aktionärspakt zur Beherrschung von EADS beteiligt. Der Vertrag sollte das deutsch-französische Gleichgewicht im Unternehmen gewährleisten. Zudem werde die Satzung so geändert, dass weder Einzelaktionäre noch Aktionärsgruppen mehr als 15 Prozent der Anteile oder Stimmrechte halten dürfen. Ein Vetorecht sehen die neuen Regelungen auf keiner Ebene vor. Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) begrüßte die Entscheidung am Mittwochabend. dpa/AFP

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