Wirtschaft : Deutschland verdirbt Gewinn von Coca-Cola

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New York Der weltgrößte Getränkekonzern Coca-Cola hat am Mittwoch gemeldet, er rechne mit einem deutlich geringeren Gewinn als bisher erwartet. Als Grund nannte Konzernchef Neville Isdell Probleme auf dem deutschen Markt und weltweit stagnierende Absätze. „Veränderungen des Marktes und schlechtes Wetter haben Deutschland im dritten Quartal einen Absatzverlust verursacht“, teilte Coca-Cola mit. Ein Grund hierfür sind Marktanteilsverluste, die mit dem deutschen Dosenpfand zusammen hängen. Coca-Cola verkauft in Deutschland seit Einführung des Dosenpfands kaum noch Einweg-Dosen und setzt stärker auf Mehrweg-Plastikflaschen. Die Umstellung kostete nach Unternehmensangaben bisher 250 Millionen Euro.

Im deutschen Inlandsgeschäft verlor der Konzern Marktanteile an die Eigenmarken von Discountern wie Aldi, Lidl und Plus. Laut dem Marktforschungsinstitut AC Nielsen stand Coca-Cola von Jahresbeginn bis Ende Juli für 56,5 Prozent des deutschen Handels mit Cola-Getränken. Vor Jahresfrist lag der Anteil noch bei 61,9 Prozent. Die Handelsmarken verbesserten ihre Position im gleichen Zeitraum von 9,5 Prozent auf 11,8 Prozent.

Angesichts solcher Verluste stehen die deutschen Vermögenswerte bei Coca-Cola offenbar zu hoch in der Bilanz. Für „gewisse immaterielle Vermögenswerte in Deutschland“ plant der Konzern daher eine Sonderabschreibung von 375 Millionen Dollar bis 400 Millionen Dollar. Der Brauseriese mit den Marken Coca-Cola, Fanta und Sprite erwartet im laufenden dritten Quartal einen Gewinn von 35 bis 38 US-Cent je Aktie. Diese Prognose liegt deutlich unter der durchschnittlichen Analystenschätzung von 54 Cents. Die Gewinnwarnung vom Coca-Cola-Stammsitz in Atlanta kam überraschend. Denn der Konzern gibt sonst gar keine Ertragsprognosen bekannt. Die Börsen reagierten mit Kursabschlägen. tmo (HB)

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