Deutschland : Weltmeister bei faulen Krediten

28.06.2010 21:02 UhrVon Miriam Schröder

Eine Studie sieht Deutsche Banken besonders mit faulen Krediten belastet.

Berlin - Die deutschen Banken hatten im letzten Jahr europaweit die meisten faulen Kredite in den Büchern. Das ist das Ergebnis einer Studie der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Price Waterhouse Coopers (PWC). Demnach hatten die Institute Ende 2009 Problemkredite im Volumen von fast 213 Milliarden Euro zu verzeichnen. Das waren 50 Prozent mehr als ein Jahr zuvor und mehr als in allen anderen untersuchten europäischen Staaten.

Laut Studie sind die Banken in Großbritannien zum Jahresende auf eine Belastung von gut 155 Milliarden Euro gekommen, bei den spanischen Instituten waren es 97 Milliarden, in Italien 59 Milliarden. Als Problemkredite zählt PWC solche Darlehen, die von den Schuldnern nicht mehr bedient werden können oder bei denen in absehbarer Zeit ein Zahlungsausfall droht.

Dass es in Deutschland, anders als in Großbritannien, bislang kaum nennenswerte Verkäufe der faulen Kreditportfolios gibt, führt PWC auch auf die staatliche Unterstützung der krisengeschüttelten Institute zurück. Viele Banken hätten dank der Staatshilfen genug Eigenkapital, um die Problemkredite zu unterlegen. Darum könnten sie sich mit den Verkäufen mehr Zeit lassen.

Noch mehr schwierige Positionen könnten die Banken am Donnerstag zurückerhalten. Dann läuft der Ein-Jahres-Tender der Europäischen Zentralbank (EZB) aus. Die Geschäftsbanken müssen an diesem Tag mehr als 440 Milliarden Euro zurückzahlen, die sie sich von der Zentralbank geliehen haben. Im Gegenzug erhalten sie Wertpapiere zurück, die bei der EZB als Sicherheit hinterlegt sind. Experten glauben, dass damit der Druck auf die europäischen Staatsanleihen zunehmen dürfte. „Die Rückübertragung der als Sicherheit hinterlegten Wertpapiere wirkt wie ein Angebotsschock für einen ohnehin unter Stress stehenden Markt“, sagte ein Händler am Montag. Dies gilt vor allem für Papiere aus den hochverschuldeten südlichen Ländern. Nach Daten der Bank für Internationalen Zahlungsausgleich (BIZ) hielten deutsche Banken Ende des vergangenen Jahres allein 33 Milliarden Dollar an spanischen Staatsanleihen. Miriam Schröder

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