Wirtschaft : Deutschlands größter Einzelhandelskonzern setzt auf den elektronischen Handel

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Die Metro AG, Deutschlands größter Einzelhandelskonzern, will in diesem Jahr mit dem Bereich E-Commerce ein fünftes Geschäftsfeld ausbauen. Das "Herzstück" der Unternehmensstrategie bleibe aber die Internationalisierung, sagte Metro-Chef Hans-Joachim Körber. Allein in diesem Jahr sollen vor allem in Europa und Asien 40 neue Großhandelsmärkte, so genannte Cash & Carry-Märkte, eröffnet werden. Körber äußerte sich zuversichtlich, das Ergebnis weiter verbessern zu können, auch wenn die Steigerungsrate des Vorjahres von 19,2 Prozent nicht erreicht werden dürfte. Der Umsatz werde etwa um sieben Prozent auf rund 92 Milliarden Mark wachsen.

Im Bereich E-Commerce sollen laut Körber in diesem Jahr 160 Millionen Mark investiert werden. Zudem erwartet er Aufwendungen über 95 Millionen Mark. Körber sagte, die Metro habe sich beim E-Commerce ambitionierte Ziele gesetzt. "Wir wollen ein führender europäischer E-Commerce-Anbieter mit starkem Fokus auf Business-to-Business werden", also auf den Handel zwischen Unternehmen. Zurück greifen will die Metro dabei auf die 16,5 Millionen meist mittelständischen Kunden, die sie allein im europäischen Cash-and-Carry-Geschäft hat.

Über den eigenen Internetprovider Primus Online soll zudem das Verbraucher-Geschäft (Business-to-Consumer, B2C) mit den Marken Media Markt/Saturn, Praktiker, Kaufhof und Real forciert werden. Gebündelt werden die Aktivitäten in der Metro Online AG. Umsatzprognosen für den neuen Geschäftsbereich wollte Körber nicht geben.

"Die forcierte Internationalisierung unserer Vertiebslinien im Ausland bleibt das Herzstück unserer Unternehmensstrategie", sagte Körber. Ende 1999 betrieb allein der Wachstums- und Gewinnträger Cash & Carry in 19 Ländern 337 Betriebsstätten, davon 262 im Ausland. In diesem Jahr stehen 40 Neueröffnungen an. "Wir werden in Asien Dampf machen", sagte Körber.

Bei der Baumarktkette Praktiker sieht Körber nach einer Neupositionierung die größten Schwierigkeiten überwunden. Im Jahr 2002 sollte die Zielrendite von vier Prozent erreichbar sein. Eine "glanzvolle Entwicklung" bescheinigte Körber der Elektronikmarktkette Media Markt/Saturn, die ihre Marktführerschaft in Europa ausgebaut habe. Im Bereich Warenhaus (Kaufhof) gelang nach den Bereinigungen 1999 der Metro zufolge eine deutliche Ergebnisverbesserung. Dagegen hatte der Lebensmittelhandel (Real,-, Extra) zu kämpfen. Allein bei Real habe der Preiskampf in Deutschland das Ergebnis mit 30 Millionen Mark belastet.

Für das laufende Geschäftsjahr äußerte sich Körber verhalten optimistisch. "Wir erwarten in Deutschland keine wesentliche Verbesserung der Konsumnachfrage", sagte Körber. Das Umsatzwachstum im Konzern dürfte wohl sieben Prozent erreichen. Im vergangenen Jahr hatte die Metro den Konzernumsatz bereinigt um 5,3 Prozent auf netto 85,7 Milliarden Mark gesteigert. Der Ergebniszuwachs im Konzern dürfte hinter dem des Vorjahres zurück bleiben. Auf die Frage, ob es gelingen wird, das Ergebnis wie im Vorjahr um 19,2 Prozent zu steigern, sagte Körber: "Das wird schwer sein in diesem Jahr, das wieder drauf zu satteln." Für 1999 hatte die Metro ein Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit von 1,350 (1,133) Milliarden Mark ausgewiesen.

Die Stamm-Aktionäre sollen für 1999 eine unveränderte Dividende von zwei Mark erhalten. Die Vorzugsaktionäre werden mit einer auf 2,19 (2,11) Mark verbesserten Ausschüttung am Gewinn beteiligt. Zudem soll die Hauptversammlung beschließen, dass bis zu zehn Prozent der eigenen Aktien zurück gekauft werden können. Der Firmensitz soll von Köln nach Düsseldorf verlegt werden.Mehr zum Thema unter: www.metro.de

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