Wirtschaft : Devisenhandel: Japaner stützen Dollar

Die Bank von Japan (BoJ) hat am Freitag im frühen New Yorker Devisenhandel erneut mit Dollar-Käufen gegen Yen in den Handel eingegriffen. In internationalen Währungskreisen hieß es dazu, die BoJ habe im Auftrag des Tokioter Finanzministeriums bei Kursen nahe 107 Yen interveniert, um den Auftrieb der japanischen Landeswährung zu bremsen. Schon zuvor hatte die japanische Notenbank im Verlauf dieser Woche bereits drei Mal mit Dollar-Käufen versucht, den Yen-Aufschwung zu dämpfen versucht.

Zum Thema Online Spezial: Terror gegen Amerika
Umfrage: Haben Sie Angst vor den Folgen des Attentats?
Fotos: Die Ereignisse seit dem 11. September in Bildern
Fahndung: Der Stand der Ermittlungen
Osama bin Laden: Amerikas Staatsfeind Nummer 1 gilt als der Hauptverdächtige
Chronologie: Die Anschlagserie gegen die USA Unterdessen fiel der Euro zeitweise unter die 92 Cent-Marke. Zur Eröffnung in New York wurde der Euro mit 0,9194/99 Dollar gehandelt, nachdem die Europäische Zentralbank (EZB) den Referenzkurs am Mittag in Frankfurt mit 0,9200 Dollar ermittelt hatte. Im Handelsverlauf hatte sich der Euro wegen der anhaltenden Unsicherheiten über die politischen und wirtschaftlichen Folgen der Anschläge in den USA ohne klare Richtung um 0,92 Dollar gependelt. Händler taten sich schwer, einzelne Kursausschläge des Euro im Handelsverlauf an bestimmten Einflüssen festzumachen. Es sei erstaunlich, dass der Euro noch nicht deutlicher von den Ereignissen in den USA profitiert habe, sagte ein Händler. Teilweise hätten die starken Gewinne des Schweizer Franken zum Dollar die Kursschwankungen ausgelöst.

"Der große Unsicherheitsfaktor ist nach wie vor: Wie reagiert die USA auf die Anschläge", sagte ein Händler. Auch die weitere Entwicklung der US-Wirtschaft werde aufmerksam verfolgt. "Alles schaut wie gebannt auf die Aktienkurse", sagte der Händler. Weitere Kursgewinne des Euro sind nach Einschätzungen von Händlern nur eine Frage der Zeit. Auch eine Militäraktion der USA könnte eher den Euro stützen. "Anders als im Golfkrieg sind die USA dieses Mal selbst die Betroffenen, nicht die Retter", sagte ein Händler. Zudem könnten Investoren wegen der schwächeren US-Wirtschaft Geld aus Anlagen in den USA abziehen und in der Euro-Zone investieren. "Wenn man bedenkt, wie viel Geld in den vergangenen Jahren in die USA geflossen ist, kann man sich vorstellen, was passiert, sollte auch nur ein Bruchteil abgezogen werden", hieß es.

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben