Wirtschaft : DG-Hyp richtet den Blick nach Osten

BERLIN (dr).Die Hypothekenbanken richten ihren Blick zunehmend auf die osteuropäischen Reformstaaten.So auch die Deutsche Genossenschafts-Hypothekenbank (DG Hyp), Hamburg, deren Vorstandsvorsitzender Herman M.Remaklus am Mittwoch abend vor der Presse in Berlin die jüngsten Zahlen des Instituts vorstellte.Allerdings stecke das Geschäft in Polen, Tschechien und Ungarn erst in den Kinderschuhen.Zunächst müsse man Partner finden, so Remaklus, der allerdings keine Namen nennen wollte.Indes befindet sich die Genossenschaftsbank offensichtlich in fortgeschrittenen Verhandlungen.Remaklus gab sich durchaus optimistisch.Die politischen, rechtlichen und wirtschaftlichen Rahmenbedingungen erlaubten ein Engagement.In den Reformländern herrsche qualitativer und quantitativer Mangel an Wohnraum.Allein in Polen suchten zur Zeit drei Millionen Menschen eine neue Wohnung, der nationale Fehlbestand belaufe sich auf 1,5 Mill.Wohnungen.Auf der anderen Seite wachse aber der Wohlstand der Bevölkerung und damit die Möglichkeit zu Immobilieninvestitionen.

Mit dem Geschäft im Inland sei man im ersten Halbjahr 1998 ausgesprochen zufrieden gewesen, so der Vorstandsvorsitzende weiter.So konnte das Neugeschäft gegenüber der entsprechenden Vorjahreszeit um rund ein Drittel auf 14,4 Mrd.DM gesteigert werden.Diese Summe verteilt sich auf rund 26 000 Kreditverträge.Dies ergibt eine Einzel-Kreditsumme von unter 200 000 DM.Remaklus charakterisierte diese Zahlen mit den Worten: "Hypotheken sind für uns ein stark standardisiertes Mengengeschäft.Das Neugeschäft verteilte sich auf Kommunalkredite mit einem Volumen von 10,2 Mrd.DM (plus 36,5 Prozent) und auf Immobilienkredite mit einem Volumen von 4,2 Mrd.DM (plus 15,5 Prozent).Von den günstigen Darlehenskonditionen, die derzeit auf Bausparkassenniveau lägen, hätten vor allem private Häuslebauer profitiert, die Zusagen über 3,8 Mrd.DM (plus 30,3 Prozent) erhielten.Dabei nutzen die Kreditnehmer vor allem die langen Laufzeiten.90 Prozent des Darlehensvolumens wurde für 10 und mehr Jahre festgeschrieben.Zuwächse waren im gesamten Bundesgebiet zu verzeichnen.Da sich jedoch die Sonderkonjunktur im Osten Deutschlands dem Ende zuneigte, konnte dort nur noch eine Steigerung von 8,6 Prozent erreicht werden.Die Region Berlin/Brandenburg reichte jedoch an die Zuwächse im alten Bundesgebiet von fast 30 Prozent heran.

Bei ihrem Geschäft hat die DG Hyp gut verdient.So stieg der Zins- und Provisionsüberschuß um 25 Prozent auf 248,5 Mill.DM; der zeitanteilige Jahresüberschuß lag um 12,5 Prozent über dem Vorjahresniveau und erreichte 45 Mill.DM.Die Bilanzsumme kletterte gegenüber dem Ende des Vorjahres um 12 Prozent auf 94,5 Mrd.DM.

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