Wirtschaft : DG Hyp sieht wenig Risiken im Osten

Seit der Wende 9 Mrd.für Wohnbaufinanzierung bereitgestellt / Sanierung der "Platte" im Blick

BERLIN (dpa).Für die Sanierung des ostdeutschen Wohnungsbestandes müssen nach Schätzung der DG Hyp noch mindestens 100 Mrd.DM zur Verfügung gestellt werden.Bisher seien 70 Mrd.DM investiert worden, sagte der Vorstandsvorsitzende der Deutschen Genossenschafts-Hypothekenbank (DG Hyp), Berlin/Hamburg, Hermann Remaklus, am Donnerstag abend in Berlin.Die Plattenbauten seien auf lange Sicht unverzichtbar, da es zu ihnen keine nennenswerte Alternative gebe.Dringlichste Aufgaben seien die weitere Sanierung und Modernisierung dieser Siedlungen.Der Neubau von Wohnanlagen laufe nur zaghaft an, denn der Bedarf an Mehrfamilienhäusern sei weitgehend gedeckt. Bei den Risiken sieht Remaklus keine signifikanten Unterschiede mehr gegenüber den alten Ländern.Seit der Grenzöffnung seien Kredite in Höhe von 9 Mrd.DM zugesagt worden, wovon der überwiegende Teil für Investitionen in private Wohnimmobilien bestimmt war.Hier habe es nie Probleme gegeben.Teilweise erscheine die öffentliche Wahrnehmung der Risiken als überbewertet, sagte Remaklus.Zur Zeit steige auch in Westdeutschland das Problempotential an.Allerdings seien bei den Grundbuchämtern in weiten Teilen Ostdeutschlands die Bearbeitungszeiten noch immer inakzeptabel lange.Dies behindere das Immobiliengeschäft stark. Der Vorzug sanierter Plattenbauten seien die Mieten, die bei 8 bis 10 DM je Quadratmeter lägen, im Neubau dagegen bei 20 DM.Eine Alternative zur Privatisierung biete die Ausgründung von Wohnungen in Genossenschaften.Diese Objekte kosteten zwischen 150 und 300 DM je Quadratmeter.Die Modernisierungskosten würden etwa 1000 DM je Quadratmeter betragen.Auf Sanierungsmaßnahmen entfielen 85 Prozent der 900 Mill.DM, die den Genossenschaften und Gesellschaften derzeit zur Verfügung gestellt würden. Die DG Hyp ist mit einer Bilanzsumme von knapp 80 Mrd.DM eine der führenden Hypothekenbanken.Sie hat 250 000 Kunden, davon 40 000 in den neuen Ländern.Durch die Reaktivierung der Volksbanken und Raiffeisenbanken verfügt sie über ein breites Vertriebsnetz.Nach der Wende war die DG Hyp zunächst an der Finanzierung der Bauvorhaben beteiligt, die nicht durch die DDR-Staatsbank zu Ende finanziert werden konnten.Dafür wurden 500 Mill.DM bereitgestellt.Neben dem Wohnungssektor ist sie auch im Agrarkreditgeschäft engagiert.Die ehemaligen LPG wurden bisher mit 130 Mill.DM unterstützt.Seit Anfang der 90er Jahre entfiel bis zu einem Drittel des jährlichen Kreditneugeschäfts der GD Hyp regelmäßig auf die neuen Länder.

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