Wirtschaft : DGB beklagt Mängel bei der Ausbildung

Die meisten Berliner Lehrlinge machen sich kaum Hoffnungen, von ihrem Betrieb übernommen zu werden. Das zeigt der Ausbildungsreport, den die DBG-Jugend Berlin-Brandenburg am Dienstag zum fünften Mal vorstellte. Nur knapp 27 Prozent der Befragten sehen eine Perspektive, von ihren Ausbildern eine Stelle angeboten zu bekommen. Diese Jobs sind laut DGB zudem oft befristet.

Trotz des zunehmenden Fachkräftemangels zeichnet der Report, für den 2189 Lehrlinge aus 43 Berufen befragt wurden, ein eher trübes Bild. Mehr als 30 Prozent der Lehrlinge müssen nach eigenen Angaben regelmäßig Überstunden leisten. In der Gastronomie- und Bäckerausbildung lägen die Zahlen fast doppelt so hoch, hieß es. Oft gebe es weder finanziell noch durch Freizeit einen Ausgleich. Zudem müsse jeder Vierte „ausbildungsfremde“ Tätigkeiten ausführen. Von der mageren Vergütung – rund 65 Prozent der Befragten verdienen laut DGB weniger als 500 Euro im Monat – müssten mitunter Arbeitsmaterialien beschafft werden.

Dagegen sagt Christoph von Knobelsdorff, Geschäftsführer für Aus- und Weiterbildung der IHK Berlin, die Perspektiven seien „so gut wie nie“. In einer derzeit laufenden IHK-Umfrage nannten fast 85 Prozent der Lehrlinge ihre Ausbildung „gut“ bis „befriedigend“. Bei exzessiven Überstunden könne es sich allenfalls um „Einzelfälle“ handeln. Auch lägen ausbildungsfremde Tätigkeiten nicht im Interesse der Firmen: „Die wollen doch optimal auf die Arbeit im Betrieb vorbereiten.“ Insgesamt seien im Bereich der IHK noch mehr als 900 Lehrstellen frei. Viele junge Leute seien nicht ausbildungsreif. Der DGB dagegen hält die Ansprüche der Arbeitgeber für überhöht und kritisierte, nur 24 Prozent der Betriebe in der Region bildeten noch aus. sjk

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