Wirtschaft : DGB: Gewerkschafter fordern mehr Mitbestimmung in den Unternehmen

Der Deutsche Gewerkschaftsbund hat die deutschen Unternehmer wegen ihrer ablehnenden Haltung zur Mitbestimmungsreform heftig kritisiert. DGB-Chef Dieter Schulte sagte am Montag in Berlin, ihm fehle jedes Verständnis für die "lautstarken Angriffe aus der Wirtschaft gegen die Modernisierung der Betriebsverfassung". Eine moderne Wirtschaft und ein modernes Betriebsverfassungsgesetz gehöre zusammen, erklärte er.

Schulte warnte die Arbeitgeber, wenn sie als Unternehmer "wieder den Herrn im Hause spielen wollten", würden sie in diesem Jahr Ärger bekommen. Auch die Betriebsräte hätten ein Interesse an gesunden Unternehmen, erklärte der DGB-Vorsitzende. Er sprach sich erneut dagegen aus, die von der Arbeitgeberseite heftig angegriffene Reform der betrieblichen Mitbestimmung in das Bündnis für Arbeit mit aufzunehmen. Man müsse alles vermeiden, was den Eindruck erwecken könne, im Bündnis sitze eine Nebenregierung, sagte Schulte. Für die Gesetzgebung sei immer noch das Parlament zuständig.

Zu der ablehnenden Haltung von Bundeswirtschaftsminister Werner Müller zur Mitbestimmungsreform sagte der Gewerkschafter, der DGB setze auf Information. Am Mittwoch sei zu diesem Thema ein Gespräch zwischen DGB-Vizechefin Ursula Engelen-Kefer und dem Minister geplant.

Nachdem das neue Teilzeitgesetz seit Anfang Januar in Kraft ist, forderte Schulte die Arbeitgeber auf, durch dessen Anwendung umgehend für neue Beschäftigung zu sorgen. Das Teilzeitgesetz und ein "Höchststand an Überstunden" könnten zur Chance für den Abbau der Arbeitslosigkeit werden, sagte der DGB-Chef. Es sei an den Unternehmen, ihre gesamtgesellschaftliche Verantwortung wahrzunehmen.

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