Wirtschaft : DGB und ÖTV fordern mehr Bildung für Beamte

BERLIN (amü)."Langfristig muß der öffentliche Dienst soviel Geld in die Aus- und Weiterbildung investieren wie der private Sektor", sagte der Vorsitzende der Gewerkschaft Öffentliche Dienste Transport und Verkehr (ÖTV), Herbert Mai, zum Tagesspiegel am Rande der DGB-Tagung zur Bildung im öffentlichen Sektor im Schöneberger Rathaus in Berlin.Im Durchschnitt gäben Bund, Länder und Gemeinden rund ein Prozent für Aus-und Weiterbildung aus.Private Unternehmen investierten dagegen rund fünf Prozent in die Bildung ihrer Mitarbeiter.Allein mit dem Stichwort "Schlanker Staat" sei kein Staat zu machen.

Der öffentliche Dienst bildet immer weniger aus und hat noch kein Qualifizierungskonzept für die Zukunft.Zu diesem Schluß kommt der am Mittwoch in Berlin vorgestellte Bericht des DGB "Bildung für den öffentlichen Dienst".

Allein im vergangenen Jahr bildeten Bund, Länder und Gemeinden 6,7 Prozent weniger aus.In den fünf neuen Bundesländern ging das Ausbildungsangebot sogar um 12,5 Prozent zurück.Darüber hinaus werden noch immer junge Menschen zu Spezialisten ausgebildet.Sie sind dann nicht mehr flexibel einsetzbar.Das widerspricht den neuen Ansätzen für Bürgerbüros, die Fahrzeuge zulassen, Pässe verlängern, Meldebescheinigungen prüfen.Zementierte Ausbildungswege dagegen hemmten die Mobilität der Mitarbeiter.Auch die Bundesländer halten noch an unterschiedlichen Ausbildungsordnungen fest: "Es gibt keinen Grund, daß in Brandenburg anders ausgebildet wird als in Berlin", sagte Regine Görner, Mitglied des Bundesvorstands des DGB.

Auch ÖTV-Chef Mai fordert die Aufhebung der traditionellen Trennung von Zuständigkeiten in den Ämtern.Positive Ansätze gebe es aber zum Beispiel in Dortmund und Hagen.In den Bundesländern arbeiteten besonders Niedersachsen, Bayern und Sachsen an neuen Moellen.Gemeinsame Ausbildungskonzepte gebe es bereits in Hessen und Nordrhein-Westfalen.In der Weiterbildung des Personals gebe es ebenfalls Handlungsbedarf, stellte die Unternehmensberatung Kienbaum fest: So wurden in den vergangenen Jahren vor allem die Führungskräfte im öffentlichen Dienst geschult.Unter den weniger qualifizierten Mitarbeitern war Weiterbildung sehr viel seltener.

Sinnvolle Förderung der Mitarbeiter sei nur möglich, wenn die Führungskräfte individuell motivieren und nicht aufgrund von Standards beurteilen.Nicht jeder Sachbearbeiter sei automatisch auch die beste Führungskraft.In Berlin werden deshalb nun Assessmentcenter für die Bewerber im öffentlichen Dienst durchgeführt.

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