DHL : Britische Klinik-Mitarbeiter bestreiken Belieferung

Mehrere hundert Beschäftigte im britischen Krankenhaussektor sind gegen die geplante Belieferung der Gesundheitseinrichtungen durch die Deutsche-Post-Tochter DHL in den Streik getreten.

London - Der Streik begann kurz vor Mitternacht und sollte sich nach Angaben der Gewerkschaften zum größten Ausstand im staatlichen britischen Gesundheitswesen seit 20 Jahren ausweiten. Die Streikaktionen waren in der vergangenen Woche beschlossen worden, nachdem die Regierung den Auftrag an die Express- und Logistiktochter der Deutschen Post bestätig hatte. Der Zehn-Jahres-Vertrag hat nach Angaben der britischen Gewerkschaft Unison ein Umsatzvolumen von 3,7 Milliarden Pfund (rund 5,5 Milliarden Euro), die Deutsche Post hatte ihn Anfang September auf 2,3 Milliarden Euro beziffert.

Am Streik beteiligt waren unter anderem Beschäftigte des Unternehmens NHS Logistics. "Unsere Mitglieder haben hart gearbeitet, um NHS Logistics als ein ausgezeichnetes Unternehmen aufzubauen", sagte die Sprecherin der Gewerkschaft Unison, Karen Jennings. "Sie haben es nicht verdient, so behandelt zu werden." für die Übertragung an DHL gebe es "keine logische Erklärung". Unison-Generalsekretär Dave Prentis bezweifelte die Angaben der Regierung in London, durch den Vertrag mit DHL würden Kostenreduzierungen von einer Million Pfund ermöglicht. Zugleich kündigte er an, die Gewerkschaft werde rechtliche Schritte einleiten. Ein Sprecher des Gesundheitsministeriums in London sagte, vorerst gebe es keine Versorgungsengpässe. Die Lage werde genau beobachtet.

DHL soll rund 600 staatliche Krankenhäuser und Gesundheitseinrichtungen unter anderem mit Lebensmitteln, Bettwäsche, Büroausstattungen und medizinischen Geräten beliefern. Den Auftrag zur Belieferung der Krankenhäuser hatte das Gesundheitsministerium in London ausgeschrieben; alle großen Logistikunternehmen Europas hatten sich beworben. Die Verbindungen der Deutschen Post nach England kamen vor allem durch die britische Logistikfirma Exel zustande. Die Post hatte Exel im vergangenen Herbst für rund 5,5 Milliarden Euro gekauft. (tso/AFP)

0 Kommentare

Neuester Kommentar